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NGO-Mitarbeitende in Afghanistan getötet

Taliban-Kämpfer haben im Nordosten Afghanistans acht ausländische Ärzte und zwei afghanische Dolmetscher erschossen. Die Opfer waren für die in der Schweiz ansässige Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) tätig.

Nach Angaben des Direktors von IAM, Dirk Frans, handelt es sich bei den ausländischen Opfern um Mitglieder eines Teams von Augenärzten, das heisst um sechs US-Bürger, eine Deutsche und eine Britin.

Die Leichen wurden nach Polizeiangaben am Freitag in der Provinz Badachschan gefunden. Laut dem örtlichen Polizeichef hatten die ausländischen Helfer in der Grenzregion zu Pakistan gezeltet.

Das Team von erfahrenen Helfern war nach Angaben von IAM auf Einladung lokaler Gemeinden in die an Badachschan grenzende Provinz Nuristan gereist und hatte sich auf dem Rückweg in die afghanische Hauptstadt Kabul befunden. Sie wurden seit Mittwochabend vermisst.

Ein Afghane überlebte den Überfall in dem sehr abgelegenen Gebiet und schlug sich zu einer Polizeistation durch. Er berichtete, dass die Mediziner am letzten Tag der Reise von einer Gruppe Bewaffneter angehalten worden seien. Diese hätten sie in einer Reihe aufgestellt und erschossen.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat, sprachen allerdings von neun getöteten "christlichen Missionaren", die Bibeln in persischer Sprache mit sich geführt hätten. Eine "Patrouille" der Aufständischen habe die Ärzte gefunden. "Sie haben versucht zu fliehen und wir haben sie getötet", erklärte der Sprecher.

IAM ist seit über 40 Jahren am Hindukusch tätig und damit eine der ältesten Hilfsorganisationen vor Ort. Es ist das erste Mal in ihrer Geschichte, dass Mitarbeiter von IAM zum Ziel von Terroristen werden.

Die christliche NGO mit Sitz in Genf, arbeitet ausschliesslich in Afghanistan und betreibt mehrere Augenklinken in Kabul, Herat, Mazar und Kandahar.

swissinfo.ch und Agenturen


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