Polanski bricht sein Schweigen

Erstmals seit seiner Verhaftung meldet sich Regisseur Roman Polanski zu Wort. In verschiedenen Medien setzt sich der Oscar-Preisträger gegen seine drohende Auslieferung in die USA zur Wehr.

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 08:41 publiziert

"Das Auslieferungsgesuch der USA beruht auf einer Lüge", schreibt der 76-Jährige, der sich in Gstaad in Hausarrest befindet. Polanski war am 26. September 2009 aufgrund eines US-Haftbefehls bei der Einreise in die Schweiz verhaftet worden.

Die USA würden seine Auslieferung verlangen, um ihn "den Medien der ganzen Welt zum Frass vorzuwerfen". Er hoffe, dass die Schweiz einsehe, dass es keinen Grund für eine Auslieferung gebe.

Seine Inhaftierung im Jahr 1977 für 42 Tage im kalifornischen Gefängnis von Chino habe der Strafe entsprochen, zu welcher er hätte verurteilt werden sollen und die er folglich bereits verbüsst habe.

Erst letzten Donnerstag hatten die US-Anwälte von Polanski einen neuen Versuch gemacht, die Auslieferung an die USA zu verhindern. Sie verlangten die Herausgabe von unter Verschluss gehaltenen Akten, die sie den Schweizer Behörden unterbreiten wollten.

Eine Woche zuvor hatte Polanski in den USA eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht in Los Angeles lehnte den Antrag auf eine Verurteilung in Abwesenheit ab. Zudem wies das Gericht einen Antrag von Polanskis damaligem Opfer zurück, das Verfahren gegen den Regisseur fallen zu lassen.

Dem in Polen geborenen Regisseur wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Drogen gefügig gemacht und dann mit ihr Sex gehabt zu haben. Polanski bekannte sich damals schuldig. Am Tag vor der offiziellen Strafverkündung floh er aber nach Frankreich.

swissinfo.ch und Agenturen

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