Schweizer fühlen sich persönlich sicher
Eine Mehrheit der in der Schweiz wohnenden Menschen blickt optimistisch in die Zukunft. Das Vertrauen in Behörden und Institutionen sowie in die Medien ist jedoch getrübt. Eine Schweiz ohne Armee können sich die meisten nicht vorstellen. Dies zeigt eine ETH-Studie.
Allgemein fühlen sich 88% der Schweizerinnen und Schweizer sicher – etwas weniger als im Jahr zuvor. Auch die nähere Zukunft der Schweiz beurteilen die meisten noch optimistisch, während bei der Entwicklung der weltpolitischen Lage schon 43% pessimistisch sind.
Die Studie «Sicherheit 2010» dokumentiert einen weiteren Vertrauensverlust in die Politik. So kommen die politischen Parteien auf einer Zehnerskala auf 5,1 Punkte, Bundesrat und Parlament auf 5,9 und die Medien nur auf 4,9. Das ist weniger als im Jahr zuvor.
Ein starker Fokus der Studie lag auch auf dem Armee-Bild der Bevölkerung. Demnach halten drei Viertel der Befragten die Armee für notwendig, fast die Hälfte empfindet sie aber noch zu gross.
Fast ebenso viele sprechen sich für eine Berufsarmee aus und damit für eine Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Der Zivildienst geniesst eine hohe Akzeptanz. Allerdings verlangt eine grosse Mehrheit, dass dafür Gewissensgründe vorliegen müssen.
Für die Neutralität der Schweiz sprechen sich 93% aus. Der Glaube an deren sicherheitspolitische Wirkung ist jedoch ein wenig gesunken. So verstärkte sich auch das Gefühl, dass die nationale Sicherheit immer mehr von anderen Staaten bestimmt wird.
Nahezu drei Viertel unterstützen den bilateralen Weg mit der EU, für eine Mitgliedschaft tritt ein Drittel ein.
Durchgeführt wurde die Studie von der Militärakademie und dem Center für Security Studies der ETH Zürich. Dafür wurden Anfang Jahr 1200 Stimmberechtigte in allen Sprachregionen befragt.
swissinfo.ch und Agenturen
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