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Wieder Starts und Landungen in der Schweiz

Nach einer tagelangen Zwangspause dürfen auf den Schweizer Flughäfen wieder Flugzeuge starten und landen. Keystone

Nach der Zwangspause sind von den drei Flughäfen Zürich, Genf, Basel und Bern die ersten Flugzeuge gestartet. Infolge verstärkter Aktivität des isländischen Vulkans haben Polen, Ungarn, Norwegen und Grossbritannien ihre Luftraumfreigaben wieder aufgehoben.

Dieser Inhalt wurde am 20. April 2010 - 10:32 publiziert

In der Schweiz hat damit die Normalisierung des Flugbetriebes begonnen. Es dürfte voraussichtlich aber noch einige Tage dauern, bis der reguläre Flugplan wieder eingehalten werden kann.

Bis dahin könne es auch vereinzelt zu Flügen während der regulären Nachtflugsperre zwischen 0 und 6 Uhr kommen, sagte eine Sprecherin des Flughafens Zürich. Um wie viele Flüge es sich handelt, konnte sie nicht sagen.

So mussten auch am Dienstag zahlreiche Flüge abgesagt werden. Zurzeit befänden sich aber bereits wieder mehr Personen auf dem Flughafen als in den vergangenen Tagen.

Allerdings sollten nur Flugreisende mit einem bestätigten Ticket zum Flughafen kommen, empfiehlt ein Flughafensprecher. Informationen erhalten die Passagiere bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft.

Nach Testflügen am Montag hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die drei Tage andauernde Luftraumsperre über der Schweiz aufgehoben. "Die Aschewolke liegt zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration hat jedoch beträchtlich abgenommen", hiess es in einer Mitteilung von Montagabend.

Strenge Überwachung

Nach Angaben des BAZL hat die Flugüberwachung Skyguide in Dübendorf bei Zürich ein Informationszentrum eingerichtet. Dort werden alle Angaben über Schäden oder alle anderen Phänomene rund um die Aschenwolke gesammelt. Auch Luftmessungen finden weiter statt.

Alle in der Schweiz zugelassenen Fluglinien müssen neben den täglichen Berichten auch noch einen Unterhalts-Check absolvieren, bei dem speziell nach Schäden im Zusammenhang mit der Asche gesucht wird.

Aufhebung teilweise aufgehoben

Am Montagabend hatte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas in Brüssel bekannt gegeben, dass der Luftraum über Europa ab Dienstagmorgen 8 Uhr teilweise wieder geöffnet werden solle.

"Ab 08.00 Uhr werden wir wieder mehr Flugzeuge am Himmel sehen", sagte Kallas im Anschluss an eine Videokonferenz der EU-Verkehrsminister, an der auch der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger teilnahm.

In Deutschland soll das Flugverbot bis 14 Uhr gelten, nachdem es ursprünglich in der Nacht auslaufen sollte. Sichtflüge mit einer Maximalhöhe von 3000 Metern sind aber erlaubt. Auch in Norditalien sind wieder Start und Landungen erlaubt.

Polen hat inzwischen seinen Luftraum wieder geschlossen, nachdem der Betrieb am Montag auf vier polnischen Flughäfen wieder aufgenommen worden war.

Dicht bleibt der Luftraum über Dänemark, Ungarn, Polen und Norwegen.

Drei-Zonen-Regel

Die Schrumpfung der Flugverbotszone wurde durch neue Regeln möglich. Auf diese Vorgaben hatten sich die 27 EU-Staaten am Montagabend geeinigt.

Demnach wird der Luftraum nur noch dort gesperrt, wo eine bestimmte
Konzentration der Aschewolke überschritten ist. Grundlage dafür sind
Satellitenbilder.

Zudem gibt es eine Drei-Zonen-Regel: In Gebiet eins gilt ein absolutes Flugverbot, im zweiten können die Mitgliedsstaaten entscheiden, ob sie Flugzeugen das Abheben erlauben, und im dritten Bereich ohne Asche-Gefahr ist das Fliegen unbegrenzt erlaubt.

Von Einschränkungen ausgenommen sind Flüge mit Sondererlaubnissen und solche, bei denen die Piloten auf Sicht fliegen.

Happige Schäden

Die Swiss musste allein am Montag rund 400 Flüge mit rund 42'000 Buchungen stornieren. Seit den ersten Flugraum-Sperrungen in Europa am vergangenen Donnerstag waren bei der Schweizer Fluggesellschaft rund 170'000 Buchungen betroffen.

Auf den drei grossen Schweizer Flughäfen Zürich, Genf und Basel-Mulhouse fielen am Montag weit über 1000 Flüge aus. Viele Reisende wichen auf die Bahnen aus. Auch Reisebus-Unternehmen melden Rekordumsätze.

Die Fluggesellschaften verlieren laut dem internationalen Luftfahrtverband (IATA) jeden Tag 250 Millionen Dollar wegen der Flugverbote. Hinzu kämen weitere Ausgaben, etwa für die Entschädigung von Passagieren.

Das sind grössere Schäden, als sie in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 entstanden.

Eingeschränkter Warentransport

Die Flugsperre beeinträchtigte auch den Warentransport, vor allem von Asien nach Europa.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist zwar gesichert. Doch gewisse per Luftfracht transportierte Produkte wie grüner Spargel, frische Fische oder Blumen werden knapp, vermelden die Grossverteiler Migros und Coop.

swissinfo.ch und Agenturen

Gefährliche Teilchen

Forscher des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) haben einen Schritt gemacht, um die Gefährlichkeit der Vulkan-Aschewolken für die Flugzeuge zu berechnen.

Mit ihrem Umrechnungsfaktor lässt sich aus Laser-Messungen berechnen, wie hoch die Konzentration der gefährlichen Teilchen in der Wolke ist.

Laut Urs Baltensperger, Leiter des Labors für Atmosphären-Chemie beim PSI, ist die Masse der Aschepartikel in der Luft die entscheidende Grösse, um zu errechnen, wie gefährlich eine Asche-Wolke für Flugzeuge werden kann.

Gefährlich für Flugzeuge sind kleinste Teilchen, so genannte Vulkanaerosole.

Die in der Aschewolke aus Island enthaltenen Teilchen breiten sich in hoher Konzentration vor allem in Europa aus.

Davon betroffen sind Turbinenflugzeuge, da diese Aerosole durch die Hitze in den Triebwerken schmelzen und zu Glasablagerungen führen können. Dadurch kann es zu Fehlfunktionen kommen.

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Eyafjallajökull

Der Eyjafjallajökull vor der Südküste Islands ist der fünftgrösste Gletscher auf der Atlantikinsel. Er birgt einen Vulkan im Untergrund und liegt 125 Kilometer östlich der Hauptstadt Reykjavik. Er erreicht eine Höhe von 1666 Metern.

Der zum vierten Mal seit der Besiedlung Islands aktive Vulkan unter dem Gletscher hat, wie bei Vulkangletschern in Island üblich, keinen eigenen Namen.

"Jökull" ist das isländische Wort für letscher. "Eyjafjalla" bedeutet "Insel-Berge".

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