Gewerkschaften warnen vor Lohn-Nullrunden

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) gibt sich mit den ersten Ergebnissen der diesjährigen Lohnverhandlungen zufrieden. Er warnt jedoch vor Lohn-Nullrunden.

Dieser Inhalt wurde am 13. November 2009 - 14:36 publiziert

In der Regel erhielten die Arbeitnehmenden höhere Reallöhne. Positive Beispiele finde man etwa im Detailhandel und auf dem Bau, zog SGB-Chefökonom Daniel Lampart am Freitag vor den Medien in Bern Zwischenbilanz.

Die SGB-Verbände hatten im August trotz schwerer Rezession Lohnerhöhungen von 1,5 bis 2,5% gefordert. Sie begründeten dies mit einem Nachholbedarf und dem guten Zustand der Binnenwirtschaft.

Eine Lohnerhöhung sei in verschiedenen Branchen noch nicht gesichert, kritisierte der SGB. "In einigen Branchen und Betrieben versuchen die Arbeitgeber, die Lohnverhandlungen so weit es geht hinauszuzögern", sagte Lampart.

Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiteten in Firmen oder Branchen, welche gute oder befriedigende Geschäfte machen. Dennoch hätten Arbeitgeberfunktionäre "vom ihrem Schreibtisch aus" Nullrunden propagiert. Nullrunden seien jedoch Gift für die Wirtschaft, da diese auf Lohnerhöhungen "wie auf eine Vitaminspritze" angewiesen sei, sagte Andreas Rieger, Co-Präsident der Gewerkschaft Unia. "Es kann nicht sein, dass den Arbeitnehmenden Lohnzurückhaltung abgefordert wird, während die Abzockerei bereits wieder begonnen hat."

Der SGB fordert zudem, dass der Bund mit dem Erlös von 1,2 Mrd. Franken aus dem Vekauf der UBS-Wandelanleihe Familien und tiefere Einkommen bei den Krankenkassenprämien unterstützen soll.

swissinfo.ch und Agenturen

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