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Jetzt wird es ernst für die Nati

Verteidiger Philippe Senderos mit seinen Teamkollegen bei der Ankunft in Stuttgart.

(Keystone)

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat ihr ruhiges Quartier in Bad Bertrich verlassen. Am Dienstag wird sie in Stuttgart ihr erstes Weltmeisterschaftsspiel bestreiten.

Auf dem Rasen des Gottlieb-Daimler Stadions tritt die Schweiz gegen Frankreich zu einem wichtigen Spiel an – einmal mehr in Stuttgart.

In diesem Stuttgarter Stadion, früher hiess es noch Neckar-Stadion, stand die Schweiz Deutschland bereits zweimal in Schlüsselmomenten ihrer Geschichte gegenüber.

Am 22. November 1950 spielte Deutschland das erste internationale Spiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Und am 19. Dezember 1990 trat die Schweiz gegen das wiedervereinigte Deutschland an.

Der Eindruck, zuhause zu sein

Stuttgart (590'000 Einwohner), nicht weit von der Grenze zur Schweiz entfernt, ist auch die Wahlheimat von Ludovic Magnin, dem Verteidiger der Schweizer Nationalmannschaft. Er verteidigte zuletzt die Farben des VFB Stuttgart in der deutschen Bundesliga.

Ludovic Magnin und seine Landsmänner haben übrigens ihr Quartier im selben Hotel aufgeschlagen, in dem die Stuttgarter Spieler sich auf ihre Meisterschafts-Spiele vorbereiten.

"Ich habe dasselbe Zimmer wie immer", freut sich der Waadtländer Ballkünstler. Kleine Angewohnheiten seien in speziellen Momenten wie diesen wichtig. "Ich habe wirklich das Gefühl, zu Hause zu sein."

Ohne Familie

Ein kleiner Unterschied besteht doch: Der Verteidiger der Nationalmannschaft kann seine Familie bis nach dem Spiel am Dienstag Abend nicht sehen.

"Es liegt an dieser Reise nach Stuttgart, dass wir uns bewusst werden, wo wir sind", sagt Magnin weiter. "Wir nehmen an den Weltmeisterschaften teil, und das ist etwas Aussergewöhnliches. Und wir müssen alles dafür unternehmen, damit die Schweiz weiterhin auf uns stolz sein kann."

Ein spezieller Gedanke an die Mutter

"Man muss sich auf dieses Spiel wie auf ein normales Spiel vorbereiten. Und selbst wenn es ein ganz besonderes Ereignis ist, muss man dessen Bedeutung relativieren", meint Ricardo Cabanas.

Für den Schweizer Mittelfeldspieler ist "die Begeisterung gewaltig. Alle Spieler werden sich aufs Äusserste gegen Frankreich einsetzen. Es ist das erste Weltmeisterschaftsspiel ihres Lebens. Wenn ich das Gelände betrete, werde ich speziell an meine Mutter denken und an meinen Bruder, die immer für mich da waren."

Etwas abseits stehend beobachtet Köbi Kuhn, der Trainer des Schweizer Teams, seine Spieler. Als Teilnehmer an den Weltmeisterschaften von 1966 in England kennt der Zürcher die Bedeutung solcher Augenblicke in der Karriere eines Internationalen.

Ein Lohn nicht wie sonst

"Das gesamte Team hat auf diesen Moment hingearbeitet", unterstreicht er. "Ich sage meinen Spieler immer, dass die Anerkennung durch die Öffentlichkeit und die Atmosphäre im Stadion am Abend von wichtigen Spielen eine Belohnung für all ihre Anstrengungen ist."

Aber gegen Frankreich werden die Schweizer etwas mehr als nur Anerkennung anstreben.

Denn, selbst wenn im Team des Weltmeisters von 1998 viele Individualisten von der Qualität eines Zinédine Zidane spielen, bleibt ein Erfolg möglich.

Die Franzosen sind bereit

"Weshalb soll es uns nicht gelingen, ein sehr starkes Team in Europa und der Welt zu besiegen?" fragt sich Köbi Kuhn.

Er hält jedoch fest, dass die Franzosen im Gegensatz zu den letzten zwei Unentschieden-Spiele in Paris und in Bern nun auf Thierry Henry zählen können.

Der bei den letzten Treffen fehlende Arsenal-Stürmer könnte direkt seinen beiden Mannschaftskameraden, den Schweizern Philippe Senderos und Johan Djourou, gegenüber stehen.

Raymond Domenech kritisiert die französische Presse

"Wir sind uns bewusst, dass dieses Spiel sehr schwierig werden wird", sagte der Kapitän der französischen Elf, Zinédine Zidane, an einer Medienkonferenz. "Wir kennen die Schweizer, wir sind ihnen begegnet und wir wissen, dass dieses Team sehr gut und ohne Komplexe spielt."

Ins selbe Horn stösst der Trainer der französischen Mannschaft, Raymond Domenech, der auch behauptet, die Schweizer zu fürchten.

Domenech kritisierte aber auch die französische Presse. Denn Reporter von zwei französischen Zeitungen hatten eine nicht-öffentliche Trainingseinheit beobachtet und anschliessend berichtet, dass Franck Ribery in der Partie gegen die Schweiz eingesetzt werde.

"Uns auszuspionieren, wenn wir versuchen zu arbeiten, ergibt keinen Sinn", sagte Domenech. "Die sollten die Schweizer Mannschaft ausspionieren und uns sagen, was die machen".

swissinfo, Mathias Froidevaux in Stuttgart
(Übertragung aus dem Französischen: Etienne Strebel)

Fakten

Sein erstes Spiel an den Fussball-Weltmeisterschaften 2006 bestreitet das Schweizer Team am Dienstag, 18 Uhr, in Stuttgart gegen Frankreich.

Bei ihren letzten zwei Aufeinandertreffen (während der Weltmeisterschaft-Qualifikation) haben sich die beiden Mannschaften immer unentschieden getrennt.

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In Kürze

Die Schweizer Nationalmannschaft hat am Montagmorgen ihr Quartier in Bad Bertrich in Richtung Stuttgart verlassen. Das FIFA-Reglement verlangt von den Mannschaften, sich 24 Stunden vor Spielbeginn in der Stadt des Austragungsortes einzufinden.

Stuttgart, wo die Schweizer auch wohnen, ist die Hauptstadt des Bundeslandes Baden Württemberg. Sie ist auch Sitz der Autoproduzenten DaimlerChrysler und Porsche.

Die nächsten Gegner der Schweiz sind am 19. Juni in Dortmund Togo und am 23. Juni in Hannover Südkorea.

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