Kanton Zug zufrieden mit KI-Sprachroboter des Strassenverkehrsamts
Seit Juli 2025 telefoniert der KI-basierte Sprachroboter "Nick" für das Zuger Strassenverkehrsamt. Die kantonale Sicherheitsdirektion zeigt sich auf Anfrage zufrieden mit dem neuen Tool, obschon es das Personal bisher erst begrenzt entlastete.
(Keystone-SDA) Die Rückmeldung seien insgesamt positiv gewesen, teilte die zuständige Sicherheitsdirektion auf Anfrage von Keystone-SDA mit. «Viele Kundinnen und Kunden schätzen insbesondere, dass sie einfache Anliegen auch ausserhalb der Öffnungszeiten erledigen können», hiess es.
Bei der Einführung gab der Kanton die Entlastung der Mitarbeitenden als Ziel aus. Wie die Sicherheitsdirektion weiter mitteilte, ist dieser Effekt bislang begrenzt. Der Sprachroboter bearbeitet durchschnittlich rund 100 Telefonanfragen pro Monat selbständig. Ein kleiner Teil der 60’000 Anrufe, die laut Kanton das Strassenverkehrsamt jährlich erreichen. In der Einführungsphase habe der Schwerpunkt jedoch bewusst darauf gelegen, «Erfahrungen zu sammeln» und «Nick» anhand realer Anliegen zu optimieren. Sowohl bei der Erkennung als auch der Beantwortung der Anfragen gebe es noch Verbesserungspotenzial.
«Nick 2.0» kommt
Dank einer Weiterentwicklung des Sprachroboters soll er künftig noch mehr Anfragen beantworten können. Die neue Version «Nick 2.0», mit verbesserter Erkennungs- und Antwortqualität, soll bis Ende September den Betrieb aufnehmen. Derzeit befinde sie sich im Testbetrieb.
Der Sprachroboter «lernt» mit der zunehmenden Nutzung durch Kundinnen und Kunden zudem laufend dazu. Dafür arbeite der Kanton eng mit der Entwicklerfirma zusammen, hiess es.
Die Stadtverwaltung von Kriens LU führte im Juni ebenfalls einen KI-basierten Assistenten ein, der das Telefon abnimmt. Dieser soll Wartezeiten verkürzen und Mitarbeitende entlasten. Auf Anfrage teilte die Medienstelle der Stadt mit, es sei derzeit noch zu früh für eine Bilanz zur Einführung. Die Stadt befinde sich «in der Feinjustierung und Weiterentwicklung» des Assistenten.
KI soll auch Webseiten verbessern
Die Forderung nach verstärktem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung beschäftigt auch die kantonale Politik in der Zentralschweiz. Jüngst vertrat diese der Zuger Kantonsrat, als er Anfang Juli ein Postulat überwies, das einen KI-gestützten Assistenten für den besseren Zugang zu den Webseiten des Kantons forderte.
Auch der Urner Landrat verlangte im August 2025 mit einem Postulat von der Regierung, den Umgang mit KI in der Verwaltung zu regeln und mögliche Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.