WWF und Vogelschutz verklagen Schweiz
Der WWF und der Schweizer Vogelschutz reichen beim Europarat in Strassburg eine Aufsichtsbeschwerde ein. Grund: Die Schweiz habe es seit Jahren versäumt, das von ihr unterzeichnete internationale Biodiversitäts-Abkommen umzusetzen.
Zum Auftakt der 9. UNO-Biodiversitäts-Konferenz in Bonn erinnerten die Organisationen daran, dass sich die Schweiz 1989 im Rahmen der internationalen Berner Konvention und des europäischen Naturschutzprogramms Smaragd verpflichtet habe, gefährdete Lebensräume sowie deren Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Bisher sei diesbezüglich aber wenig passiert.
Der Bund schiebt laut dem WWF Schweiz und dem Schweizer Vogelsschutz (SVS) die Verantwortung für das Ausscheiden schützenswerter Gebiete auf die Kantone ab, statt eine europaweite Zusammenarbeit anzustreben. Damit werde ein Hauptprinzip des internationalen Abkommens missachtet.
Der Rückgang der Artenvielfalt in der Schweiz ist gemäss WWF und SVS drastisch. Von den schätzungsweise 40’000 Arten im Land sei mehr als die Hälfte in Gefahr: Ein Drittel der Wildpflanzen, 40% der Vögel und 95% der Amphibien in der Schweiz seien selten oder gefährdet.
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