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Lahmende Reisebranche

Eine Maschine der Edelweiss Air, die zur Kuoni-Gruppe gehört , rollt auf den Flughafen Zürich-Kloten.

(Keystone)

Die Tourismus-Branche steckt seit längerem tief in der Krise. Verantwortlich für diese Misere ist aber nicht nur der 11. September.

Die Flug-Branche produzierte 2001, gemäss Zahlen der UNO, einen Totalverlust von über 12 Mrd. Dollar. Verantwortlich war nicht nur der 11. September, die Luftfahrt steckte schon vorher in einer Krise.

Auch Hans-Peter Nehmer, Mediensprecher der Hotelplan-Gruppe, macht nicht nur die Terroranschläge für den Rückgang bei den Flügen verantwortlich. Die Flugangst möge mitspielen, aber auch die unsichere Wirtschaftslage in der Schweiz sei ein Grund für die Zurückhaltung. Zudem hätten viele Familien einen Besuch an der Expo.02 geplant.

Das "Spätbucher-Jahr 2002"

Laut Eve Sobotich von Marktleader Kuoni hat der 11. September bei den Kunden tiefe Spuren hinterlassen. "Aber auch die ganze Geschichte mit der Swissair hat beim Kunden eine Verunsicherung ausgelöst. Aber eines sei klar: "Es besteht ein Trend in Richtung kurzfristiges Buchen."

Das bestätigt auch Hotelplan: " Wir sprechen von einem 'Spätbucher-Jahr'. Man kann klar sagen: Es wird gereist, aber es hat eine Verlagerung gegeben in den Segmenten." Feststellbar sei vor allem bei den Familienbuchungen ein Trend in Richtung individuelles Programm. Das Pauschal-Päckli habe dieses Jahr eher Mühe im Absatz. "Wellness und Freizeit-Parks sind in diesem Jahr der absolute Renner", so Nehmer gegenüber swissinfo.

Ein Rückgang von etwa 15% werde im Badebereich registriert und betreffe somit das Charter-Fluggeschäft. Erfreulich sei jedoch ein zweistelliges Plus bei den Auto- und Bahnreisen.

Kuoni stellt keinen Boom in Richtung Alternativ-Reisemöglichkeiten fest. "Mit unserer eigenen Charter-Fluggesellschaft Edelweiss können wir sehr günstige Pauschal-Arrangements anbieten." Renner seien Griechenland, die Türkei und Zypern, sowie die Karibik und die Malediven.

Kuoni-Sprecherin Sobotich will keine Zahlen nennen, von massiven Rückgängen bei Flugreisen könne jedoch keine Rede sein, auch wenn eine Zurückhaltung der Kunden in Bezug aufs Fliegen spürbar sei.

Nach wie vor out sind bei Kuoni und Hotelplan zur Zeit Reisen in die USA sowie in die arabische Welt, was mit dem Angst vor Terroranschlägen zusammenhängen dürfte.

Zufriedene swiss

Bei der neuen Fluggesellschaft swiss haben sich die Buchungen, nach Angaben von Sprecher Manfred Winkler, auf dem Niveau des Vorjahres eingependelt. Das Vertrauen der Passagiere habe sich, nach dem Swissair-Debakel" offenbar wieder hergestellt. Nachwehen des 11. September seien nicht spürbar.

Zu sagen ist allerdings, dass die swiss ihr US-Angebot im Vergleich zur Swissair um 30% reduziert hat. Die Destinationen Atlanta und San Francisco sind nicht mehr im Programm.

Hart für die Branche, toll für die Kunden

Gemäss einer Studie der beiden Tourismus-Experten Thomas Bieger und Christian Laesser von der Universität St. Gallen wird seit dem 11. September 2001 nicht nur weniger geflogen sondern überhaupt weniger gereist. Dabei sei die Angst vor einer ökonomischen Krise stärker als die Flugangst.

Angesichts dieser Krise tobt zwischen den Reise-Anbietern ein massiver Preiskampf. Ins Fäustchen lachen kann sich der Kunde: denn je kleiner die Nachfrage, desto billiger das Angebot.

"Gewinn kann man dabei immer noch erzielen, wir werden das beweisen", so Hans-Peter Nehmer von Hotelplan. Wichtig sei eine Breite Palette im Angebot und eine Anpassung der Kapazitäten.

Kuoni-Sprecherin Sobotich gibt sich zuversichtlich: "Eine Prognose stellen kann ich allerdings nicht, wir hoffen, dass wir das Geschäft im zweiten Halbjahr wieder wettmachen können."

Für Nehmer ist klar, dass das laufende Jahr massiv schlechter abschneiden wird als das Vorjahr. "Es war eine harte Zeit. Wir sind allerdings mit einem blauen Auge davongekommen."

Gaby Ochsenbein


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