Langer Kampf für Toleranz und Akzeptanz

Demonstration für ein Ja zum Partnerschaftsgesetz in Bern. Keystone

Die nationalen Schwulen- und Lesbenorganisationen Pink Cross und LOS wollen das Schweizervolk im kommenden Jahr zu einem Ja zum Partnerschaftsgesetz bewegen.

Dieser Inhalt wurde am 23. Oktober 2004 - 18:50 publiziert

Mit einer Kundgebung, an der mehrere tausend Personen teilnahmen, eröffneten sie die Kampagne.

Der Berner Bundesplatz gehörte am Samstag den gleichgeschlechtlichen Paaren. Sie waren aus allen Teilen des Landes angereist, um die Kampagne für das neue Partnerschaftsgesetz zu unterstützen, das die eidgenössischen Räte im Sommer angenommen haben.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen 6000 Personen teil, die Stadtpolizei schätzte 4500 Leute.

Referendum eines Gegen-Komitees

Gegen das Gesetz hat ein Komitee unter Führung der Evangelischen Volkspartei der Schweiz (EVP) und der Eidgenössischen Demokratischen Union (EDU) das Referendum ergriffen.

Das Komitee hält das Gesetz für unnötig, da homosexuelle Paare bereits heute ihre Lebensweise ohne besonderen verfassungsrechtlichen Schutz leben könnten.

Pink-Cross-Präsident Rolf Trechsel warf dem Referendumskomitee vor, es betrachte Schwule und Lesben als Bürger zweiter Klasse. Das sollten sie in den Augen des Komitees offenbar bleiben.

Die Abstimmung sei jedoch auch eine Chance: Weltweit zum ersten Mal könne ein Volk Stellung nehmen für eine gesetzliche Regelung zu Gunsten gleichgeschlechtlicher Paare.

Nicht länger eine schweigende Minderheit

Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher appellierte auf dem Bundesplatz für einen engagierten Abstimmungskampf, den es zu gewinnen gelte. Lesben und Schwule seien nicht länger eine schweigende Minderheit.

Er sprach mit dem Paar Röbi und Ernst über den 48 Jahre dauernden Weg von der Heimlichkeit bis zur eingetragenen Partnerschaft.

Das Gesetz füllt nach Meinung der Befürworter Lücken in den Bereichen Erbschaft, Steuerrecht und Sozialversicherung. Es stelle keine Gefahr für die Ehe dar, sondern ermögliche gleichgeschlechtlichen Paaren, ihre Liebesbeziehung ebenfalls rechtlich zu schützen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Mehrere Tausend Menschen haben mit einer Kundgebung in Bern am Samstag die Abstimmungskampagne für die eingetragene Partnerschaft lanciert.

Schwulen- und Lesbenorganisationen riefen unter dem Motto "Achtung Fertig Partnerschaft" die Öffentlichkeit dazu auf, das Partnerschaftsgesetz zu unterstützen.

Mit dem Auftakt zur Kampagne für ein Partnerschaftsgesetz, über das voraussichtlich im nächsten Jahr abgestimmt wird, eröffnen die Schwulen und Lesben eine neue Etappe auf dem Weg zur Anerkennung.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen