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Anstieg der Geldwäscherei-Verdachtsfälle

Geldwäscherei-Verdachtsmeldungen nahmen im Jahr 2002 zu. Keystone

Die Zahl der Geldwäscherei-Verdachtsfälle ist im letzten Jahr in der Schweiz um mehr als die Hälfte auf 652 angestiegen. Sie hat damit einen neuen Höchststand erreicht.

Erstmals kamen im Berichtsjahr mehr Meldungen aus dem Nichtbanken-Sektor als von den Banken.

Die Geldwäscherei-Meldestelle des Bundes erhielt im letzten Jahr insgesamt 652 Verdachtsmeldungen. Das waren 56% mehr als im Vorjahr, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2002 hervorgeht. Dies entspricht einem neuen Höchststand seit dem Inkrafttreten des Geldwäschereigesetzes vor fünf Jahren.

Während 2001 vor allem die Meldungen wegen Verdachts auf Terrorismus-Finanzierung im Nachgang zu den Terroranschlägen in den USA zu einer deutlichen Zunahme führten, waren es im Berichtsjahr die Meldungen von Dienstleistern im internationalen Zahlungsverkehr, den so genannten Money-Transmittern, die den Anstieg auslösten.

Ihre veränderte und verschärfte Meldepraxis führte zu 280 Meldungen, verglichen mit 55 im Vorjahr. Damit kamen im Berichtsjahr auch erstmals mehr Meldungen aus dem Nichtbanken-Sektor als von den Banken.

Indiz für präventive Wirkung

Das Total der von den Meldungen betroffenen Geldbeträge machte im vergangenen Jahr 666,5 Mio. Franken aus, verglichen mit 2,728 Mrd. Franken im Vorjahr. Laut der Meldestelle könnte dies ein Indiz dafür sein, dass das Dispositiv der Geldwäscherei-Bekämpfung in der Schweiz nun auch präventiv greift.

Der Anstieg im Jahr 2001 hing allerdings mit 5 internationalen Fällen zusammen, die allein rund 2 Mrd. Franken betroffen hatten. Die nun erreichte Summe entspricht wieder dem Niveau des Jahres 2000.

Sinkende Qualität der Meldungen

Wie dem Rechenschaftsbericht weiter zu entnehmen ist, ging die Qualität der Meldungen im Berichtsjahr zurück. Nur noch 79% der Meldungen wurden an die Strafverfolgungs-Behörden weitergeleitet, verglichen mit 91% im Vorjahr.

Auch diese Veränderung ist vor allem dem Meldeverhalten der Money-Transmitter zuzuschreiben. Die Meldestelle will diesen in kurzfristigen Geschäften im internationalen Zahlungsverkehr tätigen Finanzintermediären aber nicht den Vorwurf von voreiligen Meldungen machen.

Weniger Meldungen zu Terrorismus-Finanzierungs-Verdacht

Deutlich rückläufig waren die Meldungen wegen Verdachts auf Terrorismus-Finanzierung. 2002 trafen noch 15 solche Meldungen ein, verglichen mit 95 im Jahr der Terroranschläge in den USA.

Im Zuge der Ausdehnung des Kampfs gegen die Geldwäscherei auf internationaler Ebene auf neue Berufsgattungen und Vortaten rechnet die Meldestelle in Zukunft mit einem weiteren Anstieg der Meldungen. Der Personalbestand der Meldestelle hat sich seit 1998 auf acht Stellen verdoppelt.

swissinfo und Agenturen

2002: 652 Verdachtsmeldungen

56% mehr als im Vorjahr

Totalbetrag der Meldungen: 666,5 Mio. Fr.

Vorjahr: 2,728 Mrd.

Die Anfang 2002 in Kraft getretenen Zuständigkeiten des Bundes bei der Strafverfolgung von Geldwäscherei, Korruption und organisiertem Verbrechen haben dazu geführt, dass die Meldestelle letztes Jahr 38 Prozent der Meldungen an die Bundesanwaltschaft weiterleitete. Dadurch wurden vor allem die Kantone Tessin und Genf entlastet.

Zürich verzeichnete dagegen eine weitere Zunahme von überwiesenen Meldungen, und zwar um 18. Erstmals in der fünfjährigen Geschichte der Meldestelle wurden zudem Meldungen an die Strafverfolgungs-Behörden der Kantone Uri und Glarus weitergeleitet.

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