Dieter Rehm strebt weitere EM-Medaille an
Der Schweizer Kunstturner Dieter Rehm hofft auf eine weitere internationale Auszeichnung. Bei Europameisterschaften hat der Zürcher bislang erfolgreich abgeschnitten: Silber bei der EM 1996, Bronze bei der EM 1998 - und nun bei der EM 2000 in Bremen?
Die Hauptprobe auf die EM in Bremen vom Donnerstag bis Sonntag (25.-28.05.) ging völlig daneben. Beim Länderkampf gegen Deutschland und Griechenland verpatzten die Schweizer, inklusive Rehm, jede zweite Übung und verloren über sechs Punkte auf die deutsche Mannschaft. Aber das lässt den Schweizer Leader Dieter Rehm kalt: «So etwas passiert mir nicht zum ersten Mal, und trotzdem war ich im entscheidenden Moment stets in Form».
«Ich bin deswegen nicht beunruhigt und überzeugt, dass ich die Übungen beherrsche», sagte Pferdsprung-Spezialist Rehm weiter. Und dass er schon zwei EM-Medaillen gewonnen habe und dazu im letzten Herbst in Tianjin sensationell sogar eine bronzene Auszeichnung an den Weltmeisterschaften, gebe ihm eine gewisse Zuversicht.
Dieter Rehm geht es in Bremen auch um die Bestätigung für die Olympia-Selektion. Aufgrund der eigenartigen Selektionskriterien für die Europameisterschaften hätte er in Bremen – er rangierte in der internen Liste nur an achter Stelle – gar nicht starten können, ehe die STV-Verantwortlichen nach einem Wink mit dem Zaunpfahl von Olympia-Coach Hansjörg Wirz Vernunft vor den Paragraphen walten liessen.
Die Kriterien des Schweizerischen Olympischen Verbandes (SOV) sind deutlich und richten sich nach folgenden Prioritäten: Medaillenchancen, Diplomrang Einzeldisziplin und an dritter Stelle Finalqualifikation Mehrkampf. Zumindest zwei dieser drei Ansprüche erfüllt nur Rehm. Er wolle jetzt nicht an Sydney denken und sich nur auf Bremen konzentrieren, sagt er.
Neben Rehm gibt es noch weitere Schweizer Turner, die sich in Bremen nicht zu verstecken brauchen, wenn sie ihre Normalleistung bringen. Felipe Andres, der nach fast zweijähriger Pause wegen zwei Kreuzbandrissen wieder bemerkenswert stark turnt, besitzt Finalchancen an den Ringen und am Pferdpauschen, Martin Fuchs am Pferdpauschen und am Reck sowie Martin Weibel ebenfalls am Reck.
Kaum Finalchancen kann sich Andreas Schweizer ausrechnen, der als Allrounder an allen Geräten sehr ausgeglichen ist, aber nirgends herausragt.
Das Schweizer Aufgebot für die EM. Elite: Felipe Andres, Martin Fuchs, Dieter Rehm, Andreas Schweizer, Martin Weibel. Junioren: Flavio Fanconi, Peter Feusi, Emanuel Senn, Niki Böschenstein, Alan Helfenstein.
Das Programm der EM in Bremen: Donnerstag, 25. Mai: Mannschaftswettkampf Junioren. Freitag, 26. Mai: Mannschaftswettkampf Elite. Samstag, 27. Mai: Einzelwettkampf Junioren und Elite. Sonntag, 28. Mai: Gerätefinals.
Swissinfo und Agenturen
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