
Dufaux als Dritter bester Schweizer in Gippingen
Der im Kanton Aargau wohnende Deutsche Radprofi Steffen Wesemann hat am Sonntag (30.04.)in Gippingen die 37. Auflage des Grand Prix des Kantons Aargau für sich entschieden. Laurent Dufaux fuhr hinter dem Italiener Stefano Garzelli auf Rang drei.
Der seit zwei Jahren im Kanton Aargau wohnende Deutsche Radprofi Steffen Wesemann hat am Sonntag (30.04.)in Gippingen die 37. Auflage des Grand Prix des Kantons Aargau für sich entschieden. Wesemann meisterte im Spurt nach zehn Runden und insgesamt 196 km eine hochkarätige, vierköpfige Spitzengruppe vor Stefano Garzelli (It), dem besten Schweizer Laurent Dufaux und Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong (USA).
Das Quartett hatte sich zu Beginn der zweitletzten Runde 35 km vor der letzten Zielpassage in einer Steigung zum Loorholz vom Feld abgesetzt. Die Vorhut mit den drei Rundfahrten-Spezialisten Armstrong, Dufaux und Garzelli sowie Wesemann, der in den internationalen Frühlingsrennen einer der stärksten Fahrer gewesen war, harmonierte und baute den Vorsprung bis auf 47 Sekunden aus.
In der Verfolgung mühte sich das Rabobank-Team von Markus Zberg wieder einmal vergeblich ab; ein konzertierter Konter kam nicht zu Stande.
«Ausgerechnet als das Rennen in die entscheidende Phase trat, hatte ich einen platten Reifen», sagte Markus Zberg, der im Vorfeld als einer der grössen Favoriten gehandelt worden war. «Aber ich hatte auch nicht so gute Beine wie noch im Amstel Gold Race. In den Steigungen hatte ich Mühe», so der schliesslich im 10. Schlussrang klassierte Urner weiter. «Alleine gelang es mir nicht, die Lücke zu schliessen», kommentierte Zbergs Teamkollege Niki Aebersold die entscheidende Szene.
Im Spitzenquartett machte es den Anschein, als ob sich Armstrong einem Formtest unterzöge und nicht sonderlich am Sieg interessiert sei. Der Amerikaner fuhr auch als Erster auf die Zielgerade und ebnete so dem endschnellen Wesemann praktisch den Weg zum zweiten bedeutenden Saisonsieg nach jenem im Rennen «Rund um Köln» am Ostermontag.
Schon in den Frühjahrs-Classiques war der 29 Jahre alte Wesemann einer der auffälligsten Fahrer gewesen und hatte wesentlichen Anteil an den Erfolgen von Erik Zabel.
Eigentlich wäre es Wesemanns Mannschaftsleitung (Deutsche Telekom) gelegener gekommen, wenn ihr Angestellte am 1. Mai das für sie wichtige Rennen in Frankfurt bestritten hätte, aber Wesemann hatte nach den starken Vorstellungen einen Wunsch frei und entschied sich für den Start in Gippingen.
«Natürlich bin ich überglücklich, dass ich hier gewinnen konnte», sagte Wesemann. Der in Ostdeutschland geborene Profi lebt mit seiner Schweizer Freundin in Küttigen in der Nähe der Stadt Aarau.
In der Entscheidung kamen Garzelli, der Tour-de-Suisse-Sieger von 1998, und Dufaux dem Sieger zwar noch bedrohlich nahe, abzufangen vermochten sie Wesemann freilich nicht mehr. Laurent Dufaux war mit Platz 3 sehr zufrieden: «Ich wollte mir den letzten Schliff für die Tour de Romandie holen. Dies ist mir gelungen», sagte der Waadtländer, «ein solches Rennen zu gewinnen, ist natürlich schwierig.»
swissinfo und Agenturen

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