Eishockey: Kruegers Wahl
25 Tage vor Olympia hat der Schweizer Naticoach Ralph Krueger die letzten sechs Tickets vergeben. Damit sind die Namen für das Schweizer Team bekannt.
Ganz ohne Überraschungen liest sich die Namenliste nicht. Reto von Arx ist wie erwartet dabei. Daneben wurden Björn Christen, Martin Höhener und Ivo Rüthemann beispielsweise einem Alain Demuth vorgezogen.
Das Olympia-Aufgebot erhielten ausserdem der von seiner schweren Knieverletzung wieder genesene Patrick Fischer (Davos) sowie der in Nordamerika spielende Verteidiger Julien Vauclair. Bereits am 11. Dezember waren drei Torhüter, sechs Verteidiger und acht Stürmer fix selektioniert worden.
Mit Reto von Arx, Björn Christen und Patrick Fischer nominierte Krueger drei weitere Akteure des souveränen Leaders Davos, womit der kleine Wirbel, der nach der ersten Selektions-Tranche entstanden ist, endgültig vom Tisch ist.
Mit Reto von Arx führte Krueger am Samstag nochmals «ein sehr gutes Gespräch». Christen schaffte die Selektion als Debütant ohne Länderspiel-Erfahrung. Krueger: «Er ist der Aufsteiger überhaupt in dieser Saison. Er hat sich förmlich in die Mannschaft gedrängt.»
Demuth aus dem Team gedrängt
Bei den Stürmern überrascht ausserdem das Aufgebot für Ivo Rüthemann, der vor der letzten Weltmeisterschaft als letzter aus dem WM-Kader gestrichen worden war.
Auf der Strecke blieben diesmal Alain Demuth, Thomas Ziegler, Michel Riesen, Thierry Paterlini und Marc Reichert. Demuth gehörte die letzten zwei Saisons zum Stamm, spielte am Deutschland-Cup im November in der erfolgreichsten Linie und schien nach diesem Turnier für Salt Lake City gesetzt.
Er hat nun aber ausgerechnet für die Olympischen Spiele seinen Platz in der Mannschaft an Christen verloren. Riesen und Thomas Ziegler nützte letzten Herbst auch die Rückkehr aus Nordamerika nichts mehr.
Bei den Verteidigern entschieden sich Krueger und seine Assistenten Köbi Kölliker und Bengt-Ake Gustafsson früh, nur einen Spieler aus Nordamerika mitzunehmen.
Nach Ottawas Freigabe erhielt Julien Vauclair (Grand Rapids) die Zusage. Goran Bezina, der Aufsteiger der letzten Saison, der diese Saison in der AHL bei Springfield kaum zum Einsatz kommt, war damit aus dem Rennen. Das «Rennen» in der Schweiz um den letzten Platz machte Martin Höhener gegen David Jobin und Patrick Fischer II.
Ziel: Zweite Turnierphase
Das Schweizer Eishockey-Olympiateam wird sich am Dienstag, den 29. Januar, in Kloten besammeln. Zwei Tage später erfolgt der Abflug nach Salt Lake City. Die Woche vor den Olympischen Spielen mit zwei Partien gegen die Slowakei bestreitet die Mannschaft in Logan, eine gute Autostunde von Salt Lake City entfernt.
An den Olympischen Spielen treffen die Schweizer in ihrer Vorrundengruppe auf Frankreich, die Ukraine und Weissrussland. Nur der Sieger der Vierergruppe erreicht die zweite Turnierphase mit den grossen sechs Nationen Tschechien, Kanada, USA, Russland, Schweden und Finnland.
swissinfo und Rolf Bichsel, si
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch