Handball: Neue Saison – etliche Änderungen
Am Freitag (07.09.) beginnt die Handball-Saison mit einer Vollrunde und einigen Neuerungen. Titelfavorit Nummer 1 ist Suhr, Playoff-Finalist Pfadi Winterthur gehört erstmals seit rund einem Jahrzehnt nicht zu den Top-Favoriten.
Die oberste Liga heisst nicht mehr Nationalliga A, sondern Swiss Handball League und besteht nur noch aus acht Mannschaften. Alle acht Teams spielen je vier Mal gegeneinander. Die ersten vier qualifizieren sich für das Playoff, welches neu im Best-of-5-Modus ausgetragen wird.
Für die Mannschaften auf den Rängen 5 und 6 ist die Saison zu Ende. Die letzten beiden Teams kämpfen gegen die ersten beiden der Aufstiegsrunde der NLB um den Verleib in der höchsten Liga. Gespielt wird je ein Heim- und Auswärtsspiel.
Suhr und Kadetten Schaffhausen Transfersieger
Zu den Transfersiegern gehören die beiden letztjährigen Playoff-Halbfinalisten Suhr und Kadetten Schaffhausen. Die Suhrer verstärkten sich mit Carlos Lima und dem 37-fachen polnischen Internationalen Lukasz Szczucki. Lima kehrt nach einem Jahr beim spanischen Meister Ademar Leon zu den Aargauern zurück.
Der linke Flügel der Nationalmannschaft ist weltweit einer der besten Konterspieler und hatte massgeblichen Anteil an den beiden bisher einzigen Meistertiteln Suhrs in den Jahren 1999 und 2000. Dennoch sind die Suhrer zurückhaltend. «Unser Ziel ist das Playoff», sagt Sportdirektor Daniel Zobrist.
Wesentlich mutiger geben sich die Kadetten aus Schaffhausen. Trainer Peter Bruppacher will mit seiner Mannschaft mindestens einen Titel holen. Die Schaffhauser sind durch die Verpflichtungen von Spielmacher Ivan Pavlovic (St. Otmar) und Kreisläufer Stelios Gasnakis (Stäfa) ausgeglichener besetzt. Dass die Form bereits stimmt, beweist der Gewinn des Mepha Cup (Finalsieg gegen GC) vor rund zwei
Pfadi Winterthur nicht Favorit
Der sechsfache Schweizer Meister und Dominator der 90er Jahre verlor mit dem südkoreanischen Spielertrainer Jae-Won Kang (Rücktritt), den beiden ehemaligen Nationaltorhütern Simon Osterwalder (zu GC) und Rolf Dobler (RTV Basel) sowie Goran Perkovac einige wichtige Teamstützen. Der 39-jährige Perkovac, der 192 Länderspiele bestritt und 1996 mit Kroatien Olympiagold gewann, bleibt den Winterthurern jedoch als Trainer erhalten.
Neue Ära bei St. Otmar St. Gallen
Eine neue Ära beginnt bei Meister und Cupsieger St. Otmar St. Gallen. Der schwedische Spielertrainer Robert Hedin hat nach drei erfolgreichen Jahren bei den Ostschweizern zum Zweitbundesligisten Schwerin gewechselt.
An dessen Stelle übernahm der Bosnier Halid Demirovic, in den 90er Jahren langjähriger Schweizer Nationalcoach, die Verantwortung für das Team. Auf dem Feld soll der Ungar Laszlo Sotonyi die Spielmacherrolle von Hedin übernehmen. Daneben setzen die St. Galler vor allem auf die eigene Jugend.
Drei kämpfen um Abstiegsplätze
Um den vierten Playoff-Platz dürfte neben den Winterthurern wohl der ambitionierte Rekordmeister Grasshoppers kämpfen. Die Zürcher konnten die wichtigsten Abgänge (Lubomir Svajlen und Severin Boser) mit Simon Osterwalder, Beat Rellstab und dem Tschechen Vaclav Lanca mehr als kompensieren. Nachfolger der zu Stäfa ziehenden GC- Kultfigur Wädi Müller als Trainer wird der Däne Ole Andersen.
Die beiden Abstiegsrunden-Plätze dürften Wacker Thun, das den Verlust von Aushängeschild Martin Rubin zu verkraften hat, Endingen und Zofingen unter sich ausmachen.
swissinfo und Sascha Fey (sda)
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