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Holocaust-Fonds bewilligt weitere Unterstützungsgesuche

Der Schweizer Holocaust-Fonds hat am Dienstag (30.11.) nach Angaben von Fondspräsident Rolf Bloch (Bild) weitere Unterstützungsgesuche für 1'636 bedürftige Holocaust-Opfer bewilligt. Damit hat der Fonds 93 Prozent der Fondsmittel vergeben.

Der Schweizer Holocaust-Fonds hat am Dienstag (30.11.) nach Angaben von Fondspräsident Rolf Bloch (Bild) weitere Unterstützungsgesuche für 1’636 bedürftige Holocaust-Opfer bewilligt. Damit hat der Fonds 93 Prozent der Fondsmittel von ursprünglich 273 Millionen Franken vergeben, wie die Fondsleitung am Dienstag bekannt gab. Sie bereitet nun die Fondsauflösung vor.

Unter den vom Spezialfonds zugunsten bedürftiger Holocaust-Überlebender in Zürich bewilligten Gesuchen sind zwei der World Jewish Restitution Organization im Betrag von etwa 1,3 Millionen Franken für bedürftige jüdische Holocaust-Überlebende in den Niederlanden und in Schweden. Vier Gesuche im Betrag von 625’500 Franken wurden hauptsächlich zugunsten von Roma und Sinti in Deutschland, Polen und Tschechien genehmigt. 52’500 Franken gehen an in Spanien lebende ehemalige Insassen von Konzentrationslagern, die von den Nazis aus politischen Gründen verfolgt worden waren.

Mit den jüngsten Unterstützungsleistungen wurden 253 Millionen Franken oder 93 Prozent der ursprünglichen Fondsmittel von 273 Millionen Franken verteilt. In den nächsten Monaten soll über die restlichen 20 Millionen Franken entschieden werden. Gesuche im Betrag von rund 19,7 Millionen Franken liegen vor für Juden in Osteuropa und Lateinamerika; weitere 406’000 wurden für Roma, Sinti und Jenische sowie für in der Nazizeit politisch Verfolgte beantragt. Da die Fondsleitung am Dienstag auch die im Mai letzten Jahres eingeführte Alterslimite für ehemalige Insassen von Nazi-Konzentrationslagern aufhob, können schätzungsweise 22’000 Menschen in Osteuropa unterstützt werden.

Nach den entsprechenden Beschlüssen, die voraussichtlich in den kommenden Monaten auf dem Zirkulationsweg gefasst werden, ist das ursprüngliche Fondskapital von 273 Millionen Franken laut Fondsleitung vollständig aufgebraucht. Der Fonds wird seine Aufgabe damit erfüllt haben. Die Fondsleitung befasste sich am Dienstag deshalb auch mit dem Abschluss der Arbeit der Fondsorgane und dem Verfahren im Hinblick auf die formelle Auflösung des Fonds. Allerdings werde die Fondsleitung weiterhin die Verteilung der bewilligten Beiträge überwachen und allenfalls in so genannten Härtefällen entscheiden müssen. Dafür bestehen laut Mitteilung noch Reserven aus aufgelaufenen Zinsen im Betrag von rund 20,5 Millionen Franken.

Fondspräsident Rolf Bloch zeigte sich vor Journalisten überzeugt, dass die verteilten Gelder ‚mindestens fast vollständig‘ bei den richtigen Leuten angekommen sind oder noch ankommen werden. Dafür habe der Fonds entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Bloch betonte einmal mehr, bei den Zahlungen handle es sich nicht um eine Wiedergutmachung der Schweiz, sondern um eine humanitäre Geste. ‚Das haben die Holocaust-Überlebenden auch so wahrgenommen‘, sagte Bloch.

SRI und Agenturen

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