Jugendverträglichkeit der Bundes-Massnahmen soll überprüft werden
Der Bund sollte alle seine Massnahmen auf ihre Kinder- und Jugendverträglichkeit überprüfen. Dazu wäre eine Stabsstelle mit einer oder einem Jugenddelegierten zu schaffen. Dies fordert die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen (EKJ).
Der Bund sollte alle seine Massnahmen auf ihre Kinder- und Jugendverträglichkeit überprüfen. Dazu wäre eine Stabsstelle mit einer oder einem Jugenddelegierten zu schaffen. Dies fordert die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen (EKJ).
Die EKJ vermisst auf Bundesebene ein klares, zielorientiertes und bedarfsgerechtes Konzept für eine Kinder- und Jugendpolitik. Als beratendes Organ des Bundesrates präsentierte sie am Dienstag (18.04.) in Bern ein Positionspapier, das auf dem Jugendartikel der neuen Bundesverfassung und der UNO-Kinderrechtskonvention basiert.
Mit diesen neuen Rechtsnormen verfüge der Bund über die nötigen Grundlagen für eine innovative Kinder- und Jugendpolitik. Es gehe künftig nicht mehr nur darum, für den Schutz der jungen Generation zu sorgen, sondern auch darum, ihr Rechte zuzugestehen, ihr Gehör zu verschaffen und sie zu befähigen, ihre Rechte wahrzunehmen.
Zu schaffen sei die Stelle eines oder einer Beauftragten für Kinder- und Jugendfragen und einer Stabsstelle, die alle Koordinations-, Überwachungs- und Informationsaufgaben übernimmt Alle Entscheide und Massnahmen des Bundes sollten vor ihrem Erlass einer Kinder- und Jugendverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.
Der Bund sollte im Rahmen der nationalen Forschungsprogramme einen Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen setzen und deren Lebensbedingungen erforschen und kontinuierlich beobachten. Ein Gesetz soll die Kantone auffordern, ihrerseits Rechtsgrundlagen zur Förderung der Kinder- und Jugendpolitik zu erlassen.
Jugendverbände wollen keine Kinderpolitik auf Kosten der Jugenlichen
Kinder- und Jugendpolitik gehören für die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) nicht unter den gleichen Hut. Sie begrüsste den Bericht der Eidg. Kommission für Jugendfragen (EJK) zwar als Denkanstoss, zeigte sich jedoch unzufrieden mit der Ausdehnung der Jugendpolitik auf Kinder- und Jugendpolitik.
Nicht akzeptabel ist für den Dachverband der Jugendverbände, dass Kinder- und Jugendpolitik als eine einzige Politik verstanden wird. Die Kinderpolitik habe andere Themen zu erörtern und andere Probleme zu lösen als die Jugendpolitik. Die Anliegen der Kinder müssten durch eigene Strukturen und Mittel berücksichtigt werden, erklärte die SAJV am Dienstag (18.04.) in ihrer Reaktion auf den Bericht der Eidg. Kommission für Jugenfragen.
swissinfo und Agenturen
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