Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Liestal
In Liestal (BL) demonstrierten am Samstag (09.09.) gegen 1000 Personen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Hauptredner an der kurzzeitig unterbrochenen Kundgebung war Alt-Bundesrat Otto Stich.
Für ihn hat die Eskalation von Rechts eine nicht mehr tolerierbare Stufe erreicht.
Alt-Bundesrat Stich wandte sich vor allem an die Jugend und forderte diese zur Wachsamkeit auf. «Ich bin froh, dass Liestal und der Kanton Baselland nicht schweigen, wenn Neonazis in der Öffentlichkeit auftreten und mit Gewalt und Drohung Eindruck wecken wollen», sagte er.
Es gehe alle an, wenn die Grundwerte der Demokratie öffentlich missachtet und an Stelle der Diskussion Gewalt und Drohung praktiziert sowie Menschen verachtendes Verhalten propagiert werden, meinte Stich weiter.
Die Demonstration wurde während der Rede von Regierungsrat Andreas Koellreuter für einige Zeit unterbrochen, weil die Festnahme von vier angeblich vermummten Autonomen für Unruhe unter den Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmern sorgte. In der Folge weigerten sich zwei Redner aufzutreten.
Die Personen befinden sich unterdessen wieder auf freiem Fuss. Eine der Verhafteten wurde bei der Festnahme von einem Polizeihund gebissen und musste im Spital ambulant behandelt werden.
Grosseinsatz der Polizei
Die Baselbieter Polizei hatte sich auf einen Grosseinsatz vorbereitet. Ingesamt waren 238 Polizisten und Polizistinnen im Einsatz, darunter auch solche aus den umliegenden Konkordatskantonen. Die Organisatoren befürchteten vor allem eine Konfrontation zwischen Rechtsextremen und Autonomen.
Auslöser der von den Behörden bewilligten Kundgebung war ein Aufmarsch von rund 20 Skinheads am 17. August, dem Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess. Unbehelligt von der Polizei zogen die Skins teils vermummt und mit Baseballschlägern bewehrt durch Liestal.
swissinfo und Agenturen
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