Modell für soziale Gesundheitsversorgung
Gewerkschaften und Berufsverbände reagieren mit dem Modell einer persönlichen Gesundheitsstelle (PGS) auf die Krise in der Hausarztmedizin. Sie versprechen sich damit Effizienz- und Qualitätssteigerungen sowie Kosteneinsparungen.
Bundesrat und Ständerat hätten bisher keine tauglichen Reformen präsentiert, deshalb brauche es jetzt Modelle für eine soziale Gesundheitsversorgung, sagte Nationalrätin Christine Goll, Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und VPOD-Präsidentin.
Die PGS soll die hausärztliche Erstversorgung erbringen, Patienten an andere Leistungserbringer überweisen und dabei den Überblick über die gesamte Behandlungskette behalten.
Bei einer PGS handelt es sich um Arzt- oder Kinderpraxen, Praxisgemeinschaften, Ambulatorien und weitere ärztlich geleitete Netzwerke. Für eine flächendeckende Versorgung mit PGS sind die Kantone verantwortlich. Die Versicherten können aber selber bestimmen, zu welcher Stelle sie gehen möchten.
Das Modell soll den Ende 2009 auslaufenden Zulassungsstopp für neue Arztpraxen ersetzen und die Diskussionen um die Aufhebung des Vertragsobligatoriums überflüssig machen.
Die verbesserte Koordination und Vernetzung der Leistungserbringer soll zudem Kosten einsparen, indem etwa Doppelspurigkeiten vermieden werden. Laut dem Zürcher Arzt David Winizki kommt die persönliche Gesundheitsstelle den bisherigen Hausarztmodellen nahe, die eine rund 20-prozentige Kostenminderung zur Folge hätten.
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