Neue Runde im Kampf gegen die Landminen
In Genf beginnt heute Montag die 2. Überprüfungs-Konferenz der Anti-Minen-Konvention. Die Vertragsstaaten wollen vor allem über Probleme bei der Räumung der Minen und der Betreuung der Opfer beraten. Die Konferenz wird von Bundespräsident Ogi eröffnet.
An der internationalen Konferenz, die bis zum kommenden Freitag dauert, nehmen rund 500 Personen teil.
Es bleibt noch viel zu tun…
Antipersonenminen sind seit Inkrafttreten der Ottawa-Konvention 1999 noch in 20 Konflikten eingesetzt worden. Dies erklärte die internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen in einem vor wenigen Tagen (07.09.) veröffentlichten Bericht.
Die Konvention über Verbot und Vernichtung der Landminen sei insgesamt trotzdem ein grosser Erfolg, hiess es in dem über 1000seitigen «Landmine Monitor Report 2000» weiter. Über 22 Mio. Landminen, 10 Mio. davon seit Inkrafttreten der Konvention im März letzten Jahres, wurden demnach bisher zerstört. 105 Staaten verfügten aber weiterhin über schätzungsweise 250 Millionen Antipersonenminen.
Die Zahl der Hersteller ging dem Bericht zufolge von 54 auf 16 zurück. Auch der Handel mit Landminen sei praktisch zum Erliegen gekommen. Rund 168 Mio. Quadratmeter Land wurden demnach im vergangenen Jahr gesäubert. Die Ausgaben dafür und für die Betreuung der Opfer seien um ein Drittel auf 211 Mio. Dollar gestiegen. Die Schweiz stellte 1999 5,8 Mio. Dollar zur Verfügung.
In Tschetschenien und anderswo
Seit die Konvention in Kraft ist, wurden Anti-Personenminen in 20 Konflikten von elf Regierungen und 30 Rebellengruppen eingesetzt. Gemäss Bericht setzen russische Truppen die heimtückischen Waffen in Tschetschenien ein.
Auch in Israel, Birma, Sri Lanka, Angola und Kongo würden Landminen weiter von den Regierungstruppen gelegt. In Senegal, Uganda, Somalia, Eritrea, Kolumbien, Georgien, der Türkei und Nordirak legten Rebellengruppen die heimtückischen Minen.
Die Konvention schreibt vor, das die Landminenbestände nach der Unterzeichnung innerhalb von vier Jahren vernichtet werden müssen. 21 Signarstaaten, darunter die Schweiz, haben ihre Bestände bereits vollständig vernichtet. 24 weitere seien dabei, hiess es in dem Bericht weiter.
88 Länder sind weiterhin mit Landminen und anderen Sprengkörpern verseucht. Die Minen forderten seit März 1999 in insgesamt 71 Ländern Opfer.
138 Staaten haben die Konvention unterzeichnet. Parlamente in 101 Ländern haben das Vertragswerk bisher ratifiziert. Die internationale Kampagne gegen Landminen hatte 1997 den Friedensnobelpreis bekommen.
«Grosse Fische» noch immer abseits
Die Konvention noch nicht unterzeichnet haben unter anderem die USA, Russland und China. Die meisten Landminenbestände weist dem Bericht zufolge China (110 Mio) auf. Russland verfügt über 60 bis 70 Mio. Antipersonenminen, Weissrussland über 10 bis 15 Mio. und die USA über 11 Mio.
swissinfo und Agenturen
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