Olympische Spiele: Vorbei!
Begleitet von Schweizer Erfolgen wie auch Enttäuschungen und überschattet von einem Doping-Skandal gingen die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City zu Ende.
Die 2500 Athletinnen und Athleten aus aller Welt wurden in der Nacht zum Montag (MEZ) mit einer farbenprächtigen und musikalisch umrahmten Schlussfeier im Rice-Eccles-Stadion verabschiedet.
IOC-Präsident Jacques Rogge dankte den Gastgebern «für die unvergesslichen zwei Wochen» und den Athleten für ihre «grossartigen Leistungen». Er lud die Jugend der Welt zu den nächsten Winterspielen nach Turin ein. Zur Schlussfeier waren 55’000 Zuschauer ins Stadion gekommen.
Rogge sagte weiter: «Bürger der USA, von Utah und Salt Lake City, Ihr habt der Welt hervorragende Spiele beschert. Ihr habt uns erneut gezeigt, dass die Menschen aller Länder friedlich zusammenleben können.»
11 Medaillen für die Schweiz
Die Schweiz holte an den Olympischen Winterspielen insgesamt 11 Medaillen in 7 Sparten. Hoch erfreut über die ausgezeichneten Leistungen des Teams zeigte sich Missionschef Hansjörg Wirz. Die Schweiz habe sich als eine der wenigen Nationen gegenüber Nagano 1998 verbessert.
7 Medaillen und 15 Diplome (Ränge 4 – 8) hatte die Missionsleitung vor der Spielen «errechnet», 11 Medaillen und 16 Diplome sind daraus geworden (in Nagano 7/15). Und dies, obwohl in der Hauptsportart Ski alpin lediglich einmal Bronze heraus schaute.
Die Schweizerinnen und Schweizer haben von zu Hause aus mitgefiebert. Durchschnittlich 418’000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben täglich das über fünfstündige Live-Olympiaprogramm am Schweizer Fernsehen DRS verfolgt. Die Goldsprünge von Simon Ammann lockten zwei Mal mehr als eine Million Zuschauende vor den Bildschirm.
Ein Star unter Gewinnern
Der Doppel-Olympiasieg durch Simon Ammann war denn sicher das überragendste Ereignis aus Schweizer Sicht. Der kecke Toggenburger flog der Konkurrenz sowohl auf der Normal- wie auch auf der Grossschanze regelrecht um die Ohren.
Zu Feiern gab es auch für die Snowboarder: Der Zürcher Oberländer Philipp Schoch erwischte einen perfekten Tag und holte überraschend die goldene Auszeichnung. Fabienne Reuteler holte in der Halfpipe Bronze.
Im Zweier-Bob durften gleich zwei Schweizer Mannschaften das Podest besteigen: Christian Reich und Steve Anderhub gewannen Silber, Martin Annen und Beat Hefti Bronze.
Die Curlerinnen um Skip Luzia Ebnöther verloren zwar den Final gegen Grossbritannien, konnten sich aber nach der ersten Enttäuschung über Olympia-Silber freuen. Das Männer Curling-Team aus Biel unterlag im Halbfinal erst mit dem letzten Stein, gewann dann aber den «kleinen Final» und damit die Bronze Medaille.
Völlig unerwartet kam auch die Bronzemedaille der Frauen-Langlauf-Staffel über 4×5 km. Doch Andrea Huber, Laurence Rochat, Brigitte Albrecht Loretan und Natascia Leonardi Cortesi nutzten nach dem Ausschluss der Russinnen die Gunst der Stunde.
Skeleton-Topfavorit Gregor Stähli wurde den hochgesteckten Erwartungen zwar nicht ganz gerecht, durfte sich aber doch noch eine Bronzemedaille umhängen lassen.
Praktisch auf der ganzen Linie enttäuschend verliefen die Spiele für die Schweizer Alpinen: Sonja Nefs bronzene Auszeichnung im Riesenslalom war die einzige Medaille der Skifahrerinnen und Skifahrer.
Auch die Schweizer Eishockey-Mannschaft kam nicht auf Touren und schloss das Turnier auf Platz 11 ab. Zudem hinterlässt die vorzeitige Heimkehr von Reto von Arx und Marcel Jenni ein ungutes Gefühl
Überschattet von Doping-Skandal
Wenige Stunden vor der Schlussfeier hatte das IOC entschieden, wegen Dopings dem für Spanien gestarteten Sportler Johann Mühlegg die Goldmedaille im Ski-Langlauf über 50 Kilometer und der Russin Larissa Lasutina die Goldmedaille im 30-Kilometer-Wettbewerb abzuerkennen.
In beiden Fällen wurde das leistungssteigernde Mittel Darbepoetin festgestellt – ebenso wie im Fall der russischen Langläuferin Olga Danilowa, die über 30 Kilometer am Sonntag auf Platz acht kam und danach disqualifiziert wurde.
swissinfo und Agenturen
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