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Presseschau vom 02.08.2003

Der Nationalfeiertag, der 1. August, ist zentrales Thema in den Schweizer Samstags-Zeitungen.

Doch auch der Papst wird kommentiert. Er rief zum Widerstand gegen eheähnliche Partnerschaften von Homosexuellen auf.

Als eine «unsägliche Kampfansage» bezeichnet der Zürcher TAGES ANZEIGER das katholische Papier aus Rom:

«Da ist zunächst der unsägliche Ton des Papiers, der einem vor jeder inhaltlichen Auseinandersetzung abschreckt.»

Angesichts der rechtspopulistischen Entwicklung in vielen Ländern, kämpfe der alternde Glaubenshüter gegen die Homoehen. «Zutiefst unmoralisch» und «schwerwiegend unsittlich» seien sie. Politisch sei der Papstaufruf ein Rückfall ins Ancien Régime:

«Er brüskiert den säkularen Staat, weil er die Bischöfe und die katholischen Politiker zum zivilen Ungehorsam gegen Gesetzesvorlagen und bestehende Gesetze für Homosexuelle aufruft. Ja, er pocht auf die sittliche Pflicht der katholischen Parlamentarier, öffentlichen Widerstand zu leisten.»

Nationalfeiertag

Landauf, landab feierte die Schweiz ihren Nationalfeiertag, den 1. August. Ausser auf der «Wiege der Schweiz», dem Rütli, sei es zu keinen Misstönen gekommen

Auf besagtem Rütli, so der BLICK, hätten 450 rechtsradikale Glatzen das Maul aufgerissen. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG zu diesen Glatzen, die schon seit einigen Jahren versuchen das Rütli für sich zu instrumentalisieren:

«Mit 450 Personen hat die Zahl der Rechtsgerichteten auf dem Rütli am gestrigen 1. August erneut zugenommen. Allein daraus zu schliessen, die rechtsextreme Szene sei entsprechend angewachsen wäre indes verfehlt.»

Die NZZ beruft sich auf den Bericht über die Innere Sicherheit des Bundesamtes für Polizei, der aussagt, die Zahl der rechtsradikal motivierten Vorfälle in der Schweiz sei stabil.

Europafrage

Der Berner BUND findet, die Reden am 1. August hätten gezeigt, dass wir uns im «Sommer der Unzufriedenen» bewegten. Damit meinte der BUND nicht das Wetter, sondern:

«In einem Punkt ist man sich in der Schweiz einig: Vieles läuft hier falsch! Wir wissen: Das Swissair Management hat versagt und abgezockt. Und jetzt versagt anscheinend auch das Swiss-Management. Wir wissen: Die Versicherungen reduzieren unsere künftigen Renten und schüren die Verunsicherung.»

Uns so weiter. Die Aufzählung ist lang. Am schwersten, so der BUND, wiege allerdings das Europa-Dossier:

«Im März 2001 wurde die Initiative ‚Ja zu Europa‘ so deutlich vom Volk verworfen, dass die Beitritts-Befürworter seither gelähmt sind.»

Das Land habe also Probleme, die offen debattiert werden müssten, schreibt die Zeitung. Doch was tun die politischen Parteien:

«In Wahlkampfzeiten bekommen wir stattdessen bloss Taktik und PR-Gags serviert.»

Zufall oder Absicht? Während die Blätter der deutschsprachigen Schweiz den Nationalfeiertag auf der Titelseite prominent abhandeln, findet sich der Tag in der welschen LE TEMPS ganz klein rechts unten. Dafür sehen wir ein grosses Bild der Französin Marie Trintignant samt Kommentar zum eigenartigen Tod der Schauspielerin:

«Le drame qui a fauché Marie Trintignant nous bouleverse – das Drama, das uns Marie Trintignant nahm, erschüttert uns.»

swissinfo, Urs Maurer

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