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Verdächtigte Tessiner Magistraten treten in den Ausstand

Gerichtspräsident Franco Verda Keystone

Die beiden Tessiner Magistraten, gegen die eine Voruntersuchung wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzungen läuft, sind bis zum Ende der Untersuchung in den Ausstand getreten.

Dies gab das Aufsichtsorgan der Tessiner Justiz am Mittwochabend (07.06.) in Bellinzona bekannt

Generalstaatsanwalt Luca Marcellini und der Präsident des kantonalen Strafgerichts, Franco Verda, hätten sich entschieden, ihre Funktionen mit sofortiger Wirkung bis zur Klärung der Vorwürfe niederzulegen, gab der Consiglio della Magistratura in Bellinzona bekannt.

Das Aufsichtsorgan begrüsste den Entscheid der beiden Magistraten als verantwortungsvoll und als angemessen im übergeordneten Interesse der Justiz, im Interesse der Aufgaben, die Sonderstaatsanwalt Luciano Giudici anvertraut wurden, sowie im Interesse der von der Untersuchung betroffenen Magistraten selber.

Das Aufsichtsorgan will die Entwicklung der Affäre mit grösster Aufmerksamkeit weiter verfolgen, verzichtete aber mangels Informationen über den Inhalt der Vorwürfe auf eine inhaltliche Stellungnahme.

Giudici war von der Tessiner Kantonsregierung nach einer Intervention der Bundesanwaltschaft eingesetzt worden, um die Vorwürfe gegen die beiden ranghohen Magistraten abzuklären. Es geht um Vorfälle die im Zusammenhang mit dem Fall des in Zürich in Auslieferungshaft sitzenden mutmasslichen Drahtziehers des internationalen Zigarettenschmuggels, Gerardo Cuomo, stehen.

Der 54-jährige Italiener war von 1993 bis im November 1998 legal vom Tessin aus im internationalen Tabakhandel tätig gewesen. Im November 1998 war eine Einreisesperre gegen den von Italien international zur Verhaftung ausgeschriebenen Cuomo verhängt worden. Er wurde am vergangenen 10. Mai in Zürich verhaftet.

Italien beschuldigt Cuomo der Geldwäscherei und der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung. Er soll eine zentrale Rolle bei dem von den Mafia-Organisationen in Kampanien und Apulien kontrollierten Zigarettenschmuggel gespielt haben.

swissinfo und Agenturen

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