Marché-Concours zur Förderung einheimischer Pferderassen
Der Marché-Concours in Saignelégier wurde erstmals 1897 ausgetragen. Er gilt heute als bedeutendster Pferdeanlass der Schweiz und lockt jährlich rund 50'000 Besuchende an.
(Keystone-SDA) ERSTER MARCHÉ-CONCOURS: 1897 fand in Saignelégier der erste Marché-Concours statt. Gegründet wurde der Anlass von Bauern der Region. Diese litten unter Absatzschwierigkeiten ihrer einheimischen Pferderasse, der Freiberger Pferde. Insbesondere die Armee setzte damals zunehmend auf Warmblutpferde, so dass die Freiberger-Züchter den Wert ihrer Pferde aufzuzeigen versuchten, wie die Organisatoren des Anlasses auf ihrer Internetseite schreiben.
MARCHÉ-CONCOURS HEUTE: Heute ist der Marché-Concours der bedeutendste Pferdeanlass der Schweiz und ein Kulturgut. Das beschauliche Saignelégier mit seinen etwas mehr als 2000 Einwohnenden empfängt jeweils bis zu 50’000 Besucherinnen und Besucher. Noch immer ist der Anlass ein Schaufenster der Freiberger-Zucht und eine wichtige Plattform der einzigen Schweizer Pferderasse. In zahlreichen Disziplinen werden Pferderennen ausgetragen. Der Anlass ist aber auch ein grosses Volksfest mit ländlichen Traditionen und regionalen Spezialitäten. Auch die Politik ist oft zu Gast. Fast jedes Jahr beehrt ein Mitglied des Bundesrats den Marché-Concours.
FREIBERGER PFERDE: In der Deutschschweiz nennt man die Pferde mitunter liebevoll «Fribi». Die Freiberger sind die einzige verbliebene Pferderasse schweizerischen Ursprungs. Gemäss dem Schweizerischen Freibergerverband gilt die Rasse als letzter Vertreter des leichten Zugpferdes in Westeuropa. Ursprüngliche Heimat der Rasse ist das Hochplateau der Freiberge, auf Französisch Franches-Montagnes. Die Pferde gelten als robust, genügsam, nervenstark, gutmütig und gelassen. Im vorindustriellen Zeitalter waren die Freiberger wichtige Arbeitstiere der Bauern. Und auch die Armee setzte sie ein. Heute werden die Freiberger etwas leichter gezüchtet und dienen vor allem als Familien- und Freizeitpferde. Auch als Therapiepferde sind die wenig schreckhaften Tiere geeignet.
DER JURAKONFLIKT: Der Jurakonflikt war eine jahrzehntelange Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit der Region Jura vom Kanton Bern. Im 20. Jahrhundert erstarkte im Jura die separatistische Bewegung. Der Konflikt wurde teilweise gewalttätig ausgetragen. 1974 stimmte eine Mehrheit der Jurassier für die Abspaltung von Bern. 1979 entstand der Kanton Jura. Der südliche Teil des Gebiets verblieb jedoch bei Bern, was in den folgenden Jahren weiterhin zu handfesten Konflikten führte. Mitte der 1990er Jahre wurde unter der Ägide des Bundes die interjurassische Versammlung ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform sollten die Kantone Bern und Jura friedlich über die institutionelle Zukunft der Region verhandeln. 2013 sprach sich die Bevölkerung im Berner Jura mit riesigem Mehr für einen Verbleib bei Bern aus. Gemeinden, die das wünschten, konnten daraufhin noch zum Kanton Jura wechseln. Das tat die Stadt Moutier denn auch auf Anfang 2026. Seither gilt der Jurakonflikt von offizieller Seite als definitiv beendet.
DIE FREIBERGE: Geografisch gehört ein kleinerer Teil der Freiberge zum Kanton Bern, ein grösserer zum Kanton Jura. Das Hochplateau ist geprägt von Wald- und Wytweiden und moorigen Mulden. Politisch gibt es einen jurassischen Bezirk Franches-Montagnes, der seit seiner Gründung zum Kanton Jura gehört. Dieser ländlich geprägte Bezirk galt als eine der Hochburgen des jurassischen Separatismus.