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Mehr Sicherheit im Alpen-Verkehr

Verkehrsminister Leuenberger schenkte seinem Amtskollegen de Robien einen Feuerlöscher.

(Keystone)

Die Verkehrsminister der Alpenländer wollen die Sicherheit in Strassentunnels verbessern. Neben Massnahmen in den Tunnels soll Verkehr vermehrt auf die Bahn verlagert werden.

Die Verkehrsminister treffen sich seit der Brandkatastrophe im Gotthard vor drei Jahren regelmässig.

In Regensberg im Kanton Zürich hat Verkehrsminister Moritz Leuenberger am Dienstag seine Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich, Italien, den österreichischen Staatssekretär sowie einen Vertreter der EU empfangen.

Das erste Treffen der Verkehrsminister hatte Leuenberger einen Monat nach der Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel einberufen. Im Oktober 2001 war ein Lastwagen im Gotthard-Strassentunnel in Brand geraten; 11 Menschen kamen ums Leben. Die wichtige Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa blieb danach wochenlang gesperrt.

Arbeitsgruppe fasst neue Aufträge

Die Verkehrsminister hatten damals bei ihrem Treffen eine ständige Arbeitsgruppe einberufen, das "Leitorgan Verkehrssicherheit und Mobilität im Alpenraum". Dieses steht unter der Leitung von Max Friedli, dem Direktor des Bundesamtes für Verkehr.

Erste Ergebnisse konnten nun am Dienstag präsentiert werden: Eine Arbeitsgruppe zur Verkehrssicherheit in Tunnels prägte eine EU-Richtlinie für Sicherheits-Normen für Tunnels im ganzen Strassennetz in Europa. Eine andere Arbeitsgruppe kümmerte sich um die Erhebung von Daten des Güter- und Personenverkehrs im Alpenraum.

Jetzt soll eine Übersicht über technische Sicherheitsvorkehrungen an Lastwagen erstellt und allenfalls ergänzende Massnahmen vorschlagen werden. Durchleuchtet werden sollen zudem die Arbeitsbedingungen der Chauffeure.

Sicherheit durch die Bahn

Die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene sei ein Element der Sicherheit im alpenquerenden Schwerverkehr, betonte Leuenberger.

Deshalb wurde das Leitorgan auch mit der Ausarbeitung von Alternativen zum reinen Strassenverkehr - wie den kombinierten Verkehr - und von konkreten Verkehrs-Lenkungsmassnahmen beauftragt.

Dabei muss es auch Instrumente wie Benutzungsgebühren oder Tropfenzählsysteme evaluieren. Parallel geprüft wird, welche Massnahmen bei Betrieb und Infrastruktur nötig sind, um die Sicherheit in Tunnels mit Gegenverkehr zu erhöhen.

Gemeinsame Abgabe wohl noch weit entfernt

Bis zum nächsten Treffen in voraussichtlich zwei Jahren sollen auch Projekte wie die so genannte Alpentransitbörse geprüft werden und Vorschläge für gemeinsame Verkehrs-Lenkungsmassnahmen in allen Alpenländern ausgearbeitet werden.

Jede Art von Schwerverkehrs-Abgabe oder Maut könne sinnvoll sein, sagte der italienische Verkehrsminister Pietro Lunardi. Lösungen müssten aber länderübergreifend sein, damit niemand benachteiligt werde.

Dasselbe gelte für das Dosiersystem am Gotthard. "Es hat mit Sicherheit zu tun, aber unsere Transportunternehmen sind davon direkt betroffen", sagte er.

Bilaterale Gespräche im Kleinen

Der Gotthard wurde auch in einem bilateralen Gespräch zwischen Lunardi und Leuenberger thematisiert. Sie seien sich einig darüber, dass sowohl die Sicherheit als auch die Wirtschaftsfähigkeit wichtig seien, erklärte Leuenberger. Er habe aber auch die Behinderungen am Zoll von Chiasso angesprochen.

In einem weiteren bilateralen Gespräch diskutierten Leuenberger und der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe über den Flughafen Zürich. Dabei ging es um die Flugsicherung, Mediation oder die Verlegung der Warteräume in die Schweiz, wie beide erklärten ohne konkret zu werden.

Über Probleme am Zoll dagegen sei nicht mehr geredet worden. Bei Basel war es im März wegen verschärfter Grenzkontrollen zu kilometerlangen Staus gekommen.

Vorsitz an Frankreich abgegeben

Der Vorsitz der Verkehrsminister-Gruppe ging nach zwei Jahren von der Schweiz an Frankreich über. Als Symbol für die Schweizer Bestrebungen überreichte Leuenberger seinem Kollegen Gilles de Robien einen Feuerlöscher. Dieser revanchierte sich - ganz im Sinne der Sicherheit auf den Strassen - mit einer Flasche Mineralwasser.

swissinfo und Agenturen

Fakten

24. Oktober 2001: Im Gotthard-Strassen-Tunnel stossen zwei Lastwagen zusammen und brennen aus.
11 Personen sterben.
Der Tunnel bleibt zwei Monate geschlossen.

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In Kürze

In Regensberg trafen sich die Verkehrsminister der Alpenländer. Die Schweiz gab den Vorsitz der Gruppe an Frankreich ab.

Arbeitsgruppen sollen jetzt gemeinsame Massnahmen für mehr Sicherheit in Strassentunnels erarbeiten und Vorschläge für Verkehrs-Lenkungsmassnahmen und –Abgaben machen.

Verlagerung von der Strasse auf die Schiene sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit, meinte Verkehrsminister Leuenberger.

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