Meteoschweiz setzt auf KI für präzisere Gewittervorhersagen
Ein Algorithmus soll Nutzerinnen und Nutzer der Meteoswiss-App fortan zuverlässig vor Starkregen, Hagel und Blitzen warnen. Gemäss Bund verbessert das KI-System die Vorwarnzeit und reduziert die Fehlalarmquote.
(Keystone-SDA) Das neue Modell wurde nach einer vierjährigen Entwicklungszeit im Sommer 2026 in den Betrieb überführt, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz am Donnerstag mitteilte. Es analysiert für die gesamte Schweiz alle fünf Minuten Radar- und Blitzdaten und berechnet die Wahrscheinlichkeit für Gewittergefahren in der kommenden Stunde.
Für die Vorhersage kommt erstmals ein Deep-Learning-Algorithmus zum Einsatz. Das Modell lernte anhand eines grossen Datensatzes von Radar, Blitzen und Satelliten, wie sich Gewitter typischerweise entwickeln und bewegen. Das rechenintensive Training des Modells fand auf Supercomputern in Lugano statt.
Fachpersonen bleiben entscheidend
Im Vergleich zum bisherigen System erfasse der neue Algorithmus heftige Gewitter zuverlässiger. Zudem gebe es seltener Fehlalarme und die Vorwarnzeit habe sich verbessert. Davon profitieren die Nutzerinnen und Nutzer der Meteoswiss-App und der Webseite des Bundesamtes. Die Vorhersagen sollen für Unwetterwarnungen, die Flugsicherheit und den Katastrophenschutz genutzt werden.
Trotz des Einsatzes von KI bleibe die Beurteilung durch Meteorologinnen und Meteorologen entscheidend. Insbesondere bei komplexen Warnsituationen seien Fachwissen und Erfahrung weiterhin wichtig, um die Lage einzuschätzen.