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Mexiko sucht in der Schweiz Investoren

Mexiko bietet mit 100 Millionen Konsumenten den kaufkräftigsten Binnenmarkt von Lateinamerika. swissinfo.ch

Eine hochkarätige Delegation aus Mexiko wirbt in diesen Tagen in der Schweiz um neue Wirtschafts- und Handelspartner.

Dieser Inhalt wurde am 27. Januar 2005 - 10:51 publiziert

Das schweizerisch-mexikanische Handelspotenzial lässt noch viel Raum für Wachstum offen.

Mexiko und die Schweiz pflegen seit vielen Jahrzehnten enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Bundespräsident Joseph Deiss hatte dieses solide Verhältnis im vergangenen November mit dem ersten Staatsbesuch unterstrichen.

Zeitlich abgestimmt mit dem WEF in Davos befindet sich zurzeit eine hochkarätige Delegation aus Mexiko in der Schweiz. Rund 30 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft versuchen mit einer gezielten "Roadshow", das Interesse von Schweizer Investoren auf den Investitions- und Produktionsstandort Mexiko zu lenken.

Die mexikanische Delegation wird von Finanzminister Fernando Canales Clariond angeführt. Die Lateinamerikanische Handelskammer in der Schweiz (Latcam) hat den Auftritt der mexikanischen Gäste genutzt und anlässlich einer Mexiko-Präsentation in Zürich die Gründung eines "mexikanischen Kapitels" innerhalb der Latcam bekannt geben.

Christoph Etter, der Präsident der Lateinamerikanischen Handelskammer, wies auf das wachsende Interesse hin, das Mexiko unter den Mitgliedern der Latcam wecke.

Mexikos strategische Position zwischen Nord und Süd

Fernando de Mateo, der ständige Vertreter Mexikos bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf, bringt die komparativen Vorteile für Investoren im Aztekenland auf den Punkt: "Mexiko befindet sich an einer strategischen Schnittstelle, von wo aus sowohl der nordamerikanische Markt (USA und Kanada), wie auch Japan und die Länder des europäischen Wirtschaftsraums bearbeitet werden können."

Wie kein anderes südamerikanisches Land hat Mexiko in den vergangenen zehn Jahren seinen Binnenmarkt konsequent geöffnet, diversifiziert und mit 43 Ländern Wirtschafts- und Handelsabkommen geschlossen.

Vor einem Dutzend Jahren erzielte Mexiko drei Viertel der Deviseneinkünfte über den Ölexport. Heute sind es noch 12 Prozent. Anstelle des Öls hat sich Mexiko als Produzent von Industriegütern profiliert und erreicht damit heute 85 Prozent des Deviseneinkommens.

Dichtes Regelwerk zwischen der Schweiz und Mexiko

Zwischen der Schweiz und Mexiko besteht ein dichtes Regelwerk, das Investitionen schützen und Neugründung von Unternehmen fördern soll. 1994 trat das bilaterale Doppelbesteuerungs-Abkommen in Kraft, zwei Jahre später ein Investitionsschutzabkommen.

Als Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (Liechtenstein, Island, Norwegen) profitierte die Schweiz, als Mexiko im Jahr 2000 mit der EFTA ein Freihandels-Abkommen schloss, das die EFTA-Länder den übrigen Handelspartnern Mexikos weitgehend gleich stellte.

Parallel mit dem EFTA-Abkommen schlossen die Schweiz und Mexiko einen Sondervertrag über den Handel mit Agrarerzeugnissen. Zurzeit sind in Mexiko rund 400 Schweizer Firmen und multinationale Unternehmen mit Schweizer Prägung tätig.

Potential noch nicht ausgeschöpft

Trotz des dichten Regelwerks zwischen Mexiko und der Schweiz wird das bilaterale Handels- und Investitionspotential bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Schweiz ist in Mexiko mit akkumulierten Direktinvestitionen von etwas mehr als 4 Milliarden Dollars weltweit die Nummer acht; im europäischen Quervergleich befindet sich die Eidgenossenschaft auf dem fünften Platz.

Im vergangenen Jahrzehnt hielten sich die Schweizer Investitionen mit 1,5 Milliarden Dollar auf einem vergleichsweise tiefen Niveau. Im vergangenen Jahr schnellten die Schweizer Investitionen in Mexiko allein im ersten Semester auf 1,1 Millionen Dollar hoch. Holcim erwarb die Aktienmehrheit des mexikanischen Zementproduzenten Apasco.

Adios Clichés!

Fernando de Mato, der Vertreter von Mexiko bei der Welthandels-Organisation WTO, räumt mit einem verbreiteten Cliché auf, das offenbar in der Schweiz und in anderen europäischen Staaten über Mexiko noch immer kursiert: "Mexiko steht nicht im Wettbewerb um billige Arbeitskräfte. Mexiko bietet mit 100 Millionen Konsumenten den kaufkräftigsten Binnenmarkt von Lateinamerika."

swissinfo, Erwin Dettling, Zürich

In Kürze

Mexikos Importe aus der Schweiz (in Millonen Dollar):

2001: 762,7
2002: 778,3
2003: 819,6
2004: 924,7


Schweizer Importe aus Mexiko (in Millionen Dollar):

2001: 450.7
2002: 453,7
2003: 698
2004: 756

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