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Mit dem Velo um die Welt in ... 7 Jahren

Claude mit seinem "Yak" in Tibet (redfish.com/yak) www.redfish.com/yak

Ein fast unglaubliches Abenteuer: 122'000 km weit, durch 60 Länder, meist allein - auf dem Velo.

Dieser Inhalt wurde am 04. Januar 2003 - 21:50 publiziert

Der Genfer Claude Marthaler hat sich einen Traum erfüllt. Seine Geschichte erzählt er in einem Buch.

Aufbruch in Genf 1994. Die Rückkehr sieben Jahr später, 2001. Um seine Heimatstadt wieder zu erreichen, hat Marthaler auf langsame Art und Weise und in persönlichem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung Osteuropa durchquert, ist weiter gefahren durch die post-sowjetischen Republiken mit ihren unendlichen Steppen, dann folgten Tibet und seine Berge, die chinesischen Wüsten und schliesslich Japan.

Von dort flog er nach Alaska, um sich wieder aufs Velo zu setzen. Er durchradelte den amerikanischen Kontinent südwärts bis nach Ushuaia in Feuerland, dem äussersten Süden von Südamerika.

Von Feuerland bis Südafrika

Ein Flugzeug brachte Marthaler und sein Velo nach Südafrika. Dann weiter - wieder im Sattel - nordwärts durch den ganzen afrikanischen Kontinent, um nach sieben Jahren zu Hause anzukommen, in der Schweiz.

Marthalers Unternehmen ist eine Antithese zum modernen, schnellen und ungestümen Reisen. Es setzt ein Zeichen, wie sich der Planet und seine Bewohner auf eine andere, persönliche Art erkunden lassen.

Claude und sein "Yak"

"Am Anfang wollte ich eigentlich nur in zwei Jahren Japan erreichen", erinnert sich der sympathische Genfer. "Als ich dann ankam, fragte ich mich: 'Warum fährst Du nicht weiter? Ich bin schon auf der anderen Seite der Welt; es wäre doch schade aufzuhören'... Also fuhr ich weiter."

Der heute 42 Jahre alte, als Erzieher ausgebildete Claude Marthaler hat nur drei Jahre in seinem Beruf gearbeitet. Einen Viertel seines Lebens hat er auf dem Sattel seines Fahrrads verbracht.

Nach vielen Radtouren in den Sommerferien brach er 1988 zu seiner ersten grossen Expedition auf: 35'000 Kilometer legte er in drei Jahren zurück, um bis zum Himalaja zu strampeln.

Am 12. März 1994 brach er schliesslich zur grossen Tour in Richtung Japan auf. Mit 10'000 Dollar in der Tasche, einem Mountain-Bike namens "Yak" und 80 Kilogramm Gepäck. Das Velo wurde zu seinem Heim auf zwei Rädern.

Die Lust , von der Reise zu erzählen

"Ich wollte keine Heldentaten vollbringen. Ich verfolgte keinerlei Mission. Ich träumte einfach von der Freiheit. Ich war glücklich, die verschiedensten Personen treffen zu können und die Welt zu entdecken. Ich habe einen Kindertraum verwirklicht", erzählt Marthaler, der auch "Magellan auf zwei Rädern" getauft wurde.

Nach der Rückkehr in die Schweiz schrieb Claude Marthaler sein Abenteuer für ein Buch nieder. "Ich bin jahrelang allein durch die Welt geradelt: Das Buch hilft mir, diese Erfahrung mit anderen zu teilen", erzählt der Genfer.

"Im Buch erzähle ich von meinen Erlebnissen, von den Personen, die ich kennen gelernt habe. Von Zöllnern und Militärs, die meine Weiterfahrt behindert haben. Von der Entdeckung anderer Mentalitäten, anderen Weisen zu denken und zu träumen, sowie von der Gastfreundschaft, die ich überall genossen habe."

Claude Marthaler erzählt auch an vielen Vortragsabenden in der Schweiz über seine Reise. Dabei zeigt er rund 600 Diapositive, die seine 7 Jahre dauernde Reise dokumentieren. Eine einmalige Gelegenheit, eine aussergewöhnliche und sympathische Persönlichkeit kennen zu lernen.

Marzio Pescia, swissinfo
(Übertragen aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

Fakten und Zahlen

"Sieben Jahre im Sattel: Durchgedreht; Weltanschauung auf Rädern", Claude Marthaler, 315 Seiten, Reise Know-How-Verlag, Bielefeld, 2002
Französische Original-Ausgabe: "Le Chant des Roues", Editions Olizane, Genf, 2002

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Das Buch

- 7 Jahre, 122'000 km, 4 Kontinente.
- Das Anfangskapital von 10'000 Dollar reichte für zirka 3 Jahre
- Danach finanzierte Marthaler seine Reise durch die Veröffentlichung von Artikeln.
- Während der Reise verbrauchte er vier Mountain-Bikes und zirka 30 Pneus. Dazu kamen unzählige Platten.
- Das Mountain-Bike, mit dem er in die Schweiz zurückkehrte, ist im Verkehrsmuseum von Luzern ausgestellt.

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