The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Museum Luzern stellt verborgene Tiere in den Fokus

Keystone-SDA

Das Museum Luzern rückt in einer Ausstellung verborgene Tiere ins Zentrum. "Unsichtbar? Tiere im Verborgenen" ist ab 12. Mai zu sehen und wird anschliessend als Wanderausstellung durch verschiedene Naturmuseum der Schweiz reisen.

(Keystone-SDA) Bevor die Besucherinnen und Besucher die verborgenen Tiere im ersten Stock des Luzerner Museums überhaupt zu Gesicht bekommen, begegnen sie ihnen akustisch: Vor dem Eingang in den Ausstellungsraum dringen Tierlaute. Durch einen schwarzen Vorhang betreten die Gäste die Ausstellung und tauchen in eine Welt ein, die sonst meist im Verborgenen liegt. Beatrice Kobler, Leitende Kuratorin des Museums, lud am Montag die Medienschaffenden zu einem Rundgang durch die verschiedenen Stationen ein.

Die Stationen werden von Illustrationen des Luzerner Künstlers Lorenz Rieser begleitet. Ein Teil seiner Originale, Aquarelle auf Papier, ist im Foyer ausgestellt. Für die Ausstellung wurden sie digital weiterverarbeitet und grossformatig in Szene gesetzt.

«Wir haben uns in seinen Stil verliebt», sagte Beatrice Tobler vor dem Medienrundgang. Rieser hat bereits für andere Naturmuseen in der Schweiz gearbeitet und dort Ausstellungen illustrativ mitgestaltet, wie die Kuratorin erklärte.

«Weder herzig, noch berühmt»

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fünf Tiere: Garnele, Ratte, Rotdrossel, Regenwurm und Ammonit. Sie leben unter der Erde, sind nachts unterwegs oder verstecken sich mitten unter uns. Manche bleiben oft unsichtbar. «Wir wollen ihnen eine Bühne geben und sie ins Zentrum rücken», sagte Tobler. Die Tiere seien weder besonders herzig, noch berühmt, «eher skurril, unerwartet und kurios». Mit der neuen Ausstellung will die Kuratorin sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen, wie sie sagte.

Der Regenwurm ist fünffach vergrössert dargestellt. Dabei wird sichtbar, warum das Lebewesen für den Boden so wichtig ist und wie es Pflanzenreste zu Humus verarbeitet. Über Kopfhörer lässt sich nachhören, wie es unter einer Magerwiese oder einem Fussballplatz klingt. Zu bestaunen ist ferner ein Ammonit, der 1968 am Reusszopf in Reussbühl gefunden wurde. Das ausgestorbene Meerestier lebte vor rund 180 Millionen Jahre.

Auf dem Rücken liegend lässt sich bei einer weiteren Station in den Nachthimmel blicken, während Rotdrosseln auf ihrem Flug in den Süden über einen hinwegziehen. Weiter wird die Ratte im Vorratssack thematisiert, ebenso wie Garnelen, die früher als Delikatesse galten und heute zur Massenware geworden sind. Teils werden Garnelen auch in der Schweiz gezüchtet. Ein Gründer einer solchen Zucht berichtet per Audio über die Herausforderungen.

Mit UV-Lampe unerwünschte Lebewesen aufspüren

Ein Teil der Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der kantonalen Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz, die heuer ihr 150-Jahr-Jubiläum feiert und dafür sorgt, dass Lebensmittel sicher sind und Alltagsgegenstände keine Gesundheitsrisiken darstellen. Verborgene Tiere spielten in ihrer Arbeit ein «zentrales Thema», erklärte Dienststellenleiter Silvio Arpagaus den Medienschaffenden.

Mit einer UV-Lampe können Besuchende unerwünschte Lebewesen auf Arbeitsflächen und Lebensmittel aufspüren. Ein Video zeigt zudem die Geschichte der Lebensmittelkontrolle im Kanton Luzern.

Die Ausstellung ist ab 12. Juni bis am 21. Februar 2027 zu sehen. Danach wandert sie weiter in andere Naturmuseen. Welche das sein werden, ist noch offen, sagte Beatrice Tobler auf eine entsprechende Journalistenfrage.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft