NEAT: Kein Ende der Kostenspirale

Transportfahrzeuge in einem Stollen des Lötschberg-Basistunnels. Keystone

Für den Bau der NEAT rechnet der Bund nun mit Endkosten von 16,4 Mrd. Franken. Im Herbst war man noch von einer halben Milliarde weniger ausgegangen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Januar 2005 - 16:05 publiziert

Sowohl der Gotthard- wie der Lötschberg-Basistunnel kommen teurer zu stehen als geplant.

Die Bahntechnik und die Geologie treiben die Kosten für die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) in die Höhe.

Die Schätzungen wurden aufgrund der Erfahrungen beim Einbau der Bahntechnik am Lötschberg und bei der Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist der Bahn 2000 nach oben angepasst.

Am Lötschberg gestaltete sich der Einbau von Schienen, Fahrleitung, Funk- und Überwachungs- sowie weiterer Anlagen komplexer als angenommen. Dazu kam noch der schlechte Baugrund.

Nach neuen Schätzungen muss am Gotthard und am Lötschberg deshalb mit weiteren Kostenanpassungen in der Höhe von 400 bis 500 Mio. Franken gerechnet werden. Damit werden sich die Endkosten auf 16,4 Mia. belaufen.

Kostenanstieg kommt nicht überraschend

Die Mehrkosten, die erst Ende März in einem weiteren Standbericht zum Bau der NEAT näher erläutert werden sollen, hätten sich bereits in den letzten Monaten abgezeichnet, schreibt das Bundesamt für Verkehr (BAV).

Sie wurden deshalb schon im vergangenen September in ein mögliches Risikopotential aufgenommen, das damals mit 1,3 Mrd. Franken beziffert worden war und im schlechtesten Fall von NEAT-Baukosten in der Höhe von 17,2 Mrd. ausging.

Von den nun vorerst erwarteten Mehrausgaben in der Höhe von mindestens 400 Mio. Franken entfallen 300 Mio. auf die Gotthard-Route und rund 100 Mio. auf die Lötschberg-Achse.

Bahntechnik-Markt anders eingeschätzt

Um die Kosten nun nicht noch weiter ansteigen zu lassen, verlangt das BAV eine verstärkte Suche nach Sparmöglichkeiten – namentlich im Bereich der Bahntechnik für den Gotthard-Basistunnel.

Daneben müssten aber auch die veranschlagten Bahntechnikkosten für den Basistunnel am Monte Ceneri überprüft werden. Die Bahntechnik für den Gotthardtunnel ist noch nicht ausgeschrieben worden und soll voraussichtlich erst im Jahr 2007 vergeben werden.

Das von der AlpTransit Gotthard AG (ATG) erstellte Projekt werde nun plausibilisiert und wo möglich optimiert, schreibt das BAV.

Dabei dürfe allerdings nicht übersehen werden, dass es aufgrund der enormen technischen Entwicklung äusserst schwierig sei, einen auf Jahre hinaus verlässlichen Kostenvoranschlag zu erstellen.

Beim der ursprünglichen Kostenschätzung für ein Vorprojekt im Jahr 1994 sei man von Entwicklungen im Bahntechnik-Markt ausgegangen, die jetzt nicht eingetroffen seien.

Lötschberg Eröffnung 2007

Die Gründe für die Mehrkosten auf der Lötschberg-Achse liegen laut BAV in den "Massnahmen für die Einhaltung des Eröffnungstermins" sowie im ungünstigen Baugrund, der Nachforderungen einzelner Unternehmungen ausgelöst habe.

Die Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels ist für das Jahr 2007 geplant, jene des Gotthard-Basistunnels soll in den Jahren 2015 oder 2016 erfolgen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das Schweizer Stimmvolk hat das Projekt der NEAT am 27. September 1992 gutgeheissen.

Am 29. November 1998 hat es einen Rahmenkredit von 30,5 Mrd. für den öffentlichen Verkehr bewilligt, davon 13,6 Mrd. für die NEAT.

Am 30. März 2004 hat das Bundesamt für Verkehr angekündigt, dass die NEAT am Schluss 15,8 Mia. kosten werde.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen