NEAT-Tunnelbauer: Verdacht auf Schummelei

Auch beim Untertagbau gelten, wie hier auf der NEAT-Baustelle, die Schweizer Arbeitsgesetze. Keystone

Eine für die Neue Alpenbahn, NEAT, am Gotthard tätige österreichische Tunnelbaufirma hat bei den Überstunden offenbar die Schweizer Arbeitsgesetzte missachtet. Der Firma drohen Strafen und der Ausschluss von weiteren Arbeiten.

Dieser Inhalt wurde am 10. November 2000 - 16:06 publiziert

Die Firma Ed. Ast & Co. baut in Amsteg im Kanton Uri einen Zubringerstollen zum künftigen NEAT-Basistunnel. Zudem hat sie sich in Nidwalden für umfassende Tunnelsanierungs-Arbeiten der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn beworben. Die Chancen den Auftrag zu kriegen stehen oder standen gut, wenn die Geschichte mit den "arbeitsrechtlichen Verfehlungen" nicht wäre.

Davon berichtet der Zürcher "Tages-Anzeiger" in seiner Freitags-Ausgabe (10.11.). Die Firma Ast hat demnach gegen den fairen Wettbewerb und die Regeln des Submissions-Verfahrens verstossen.

Nächtliche Kontrollen

Hans-Peter Hartmann, Sekretär der Paritätischen Berufskommission Untertagbau, abgekürzt PK-UT, bestätigte den Sachverhalt. Die Firma sei bei nächtlichen Kontrollen erwischt worden, wie sie die Schichtarbeiter unzulässige Überstunden leisten liess.

Die PK-UT wacht darüber, dass die Gesamtarbeits-Verträge eingehalten werden. Sie will nun gegen die Österreicher eine Konventionalstrafe aussprechen. Doch auch die Behörden sind tätig geworden.

Diverse Klagen

Das Urner Industrie- und Gewerbeinspektorat reichte gegen die Ast eine Strafanzeige ein. Man wolle, dass auf den NEAT-Baustellen alles korrekt laufe. Eine ähnliche Linie verfolgt das Bundesamt für Ausländerfragen (BFA). Die ausländischen Unternehmen seien über die Schweizer Gesetze informiert, sagte BFA-Sprecher Christoph Müller. Müller sagte gegenüber swissinfo, dass in einem Rechtstaat Rechtsgleichheit herrsche und demnach Schweizer und ausländische Firmen gleich behandelt werden.

Schwierigkeiten droht der Ast auf Grund dieser Geschichte auch im Kanton Nidwalden. Dort hat sich die Firma für umfassende Tunnel-Sanierungs-Arbeiten bei der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn beworben. Die Österreicher haben den Zuschlag praktisch auf sicher. Nun wird von der "Paritätische Berufskommission Bauhauptgewerbe Unterwalden", abgekürzt PB-BU, argumentiert, die Firma dürfe keinen neuen Auftrag kriegen, solange gegen sie ein Verfahren hängig sei.

swissinfo und Agenturen

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