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Novartis prüft Fusion mit Aventis

Gerüchte gab es schon länger. Nun haben es die Basler in einem Schreiben an die Französische Börsenaufsicht AMF bestätigt: Novartis prüft die Fusion mit der französischen Aventis.

Noch sei aber keine Entscheidung über ein Zusammengehen gefallen, so der Konzern weiter.

Mit seiner Erklärung nahm der Novartis-Konzern am Freitag auf Anfrage der Französischen Börsenaufsicht AMF Stellung zu sich verdichtenden Marktgerüchten.

Seit Wochen wird spekuliert, der weltweit punkto Marktanteil fünftgrösste Pharmakonzern könnte Aventis als so genannter "Weisser Ritter" zu Hilfe eilen und eine feindliche Übernahme von Aventis durch die kleinere französische Sanofi-Synthelabo verhindern.

Sanofi-Angebot zu niedrig

Novartis-Chef Daniel Vasella hatte vergangene Woche Interesse sowohl an Aventis als auch an Sanofi bekundet, zugleich aber ein eigenes feindliches Übernahmeangebot ausgeschlossen.

Sanofi hatte Ende Januar ein Übernahmeangebot im Wert von derzeit etwa 46 Mrd. Euro (rund 72 Mrd. Franken) in bar und eigenen Aktien für den - gemessen am Umsatz - doppelt so grossen Konkurrenten Aventis vorgelegt. Die Aventis-Führung wehrt sich gegen die Pläne und empfiehlt den Aktionären, das Angebot abzulehnen.

Analysten mahnen

Laut Londoner Finanzkreisen soll Novartis bereits wegen der Finanzierung bei Banken vorgefühlt haben.

Für Patrick Burgermeister, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, würden allerdings bei einem allfälligen Zusammengehen die negativen Effekte überwiegen. Er sieht hauptsächlich drei Probleme, die Novartis bisher nicht kenne, und sich mit Aventis an Bord holen würde: Aventis weise ein langsames Umsatzwachstum aus.

Bei den beiden grössten Produkten von Aventis würden ausserdem in Kürze Patente ablaufen. Und Aventis habe es in den letzten vier Jahren nicht geschafft, eine Produktepipeline aufzubauen, die in der Branche überdurchschnittlich sei.

Übernahme unwahrscheinlich

Burgermeister hält eine Übernahme daher für nicht sehr wahrscheinlich. Novartis zeige sein Interessse vor allem, um sich vertieft über einen Konkurrenten zu informieren. Auch Andrew Weiss, Analyst bei der Bank Julius Bär, glaubt nicht an eine Übernahme.

Novartis habe kommuniziert, dass der Konzern am Konsolidierungsprozess in der Pharmaindustrie teilnehmen wolle. Vasella sei es sich und dem Konzern schuldig, eine allfällige Übernahme zu prüfen. Vermutlich werde schliesslich Sanofi ihr Angebot erhöhen, sagte Weiss.

Aufwind für Novartis

Schwergewicht Novartis machte angesichts der konkreter werdenden Hinweise auf einen Zusammenschluss den Grossteil der Verluste wett und schloss marginal schwächer bei 54,25 Franken.

Der weltweit siebtgrösste Pharmakonzern Aventis ist aus der Fusion der deutschen Hoechst AG mit Rhone-Poulenc entstanden. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 69 000 Personen. Bei einer Übernahme durch Novartis würden die beiden zusammen neu weltweit die Nummer 2.

swissinfo und Agenturen


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