Parmelin informiert sich über Futterpflanzen für trockene Sommer
Während die Trockenheit vielen landwirtschaftlichen Pflanzen zusetzt, ist ein Sorghumfeld auf einem Waadtländer Bauernhof diesen Sommer grün geblieben. Bundespräsident Guy Parmelin hat sich dort am Donnerstag über trockenheitsresistente Futterpflanzen informiert.
(Keystone-SDA) Auf dem Hof Comex du Borgeau in Carrouge besichtigte Wirtschaftsminister Parmelin unter anderem ein Feld mit Futterhirse. Die auch Sorghum genannte Pflanze ist besonders trockenheitsresistent und dient als Viehfutter.
«Das war die einzige Parzelle, die diesen Sommer noch einigermassen grün geblieben ist», sagte Betriebsleiterin Sabine Bach. Sorghum benötige zu Beginn etwas Wasser, komme danach aber weitgehend ohne Bewässerung aus. «Und die Kühe lieben sie», sagte Bach.
Auch Parmelin hob die Vorteile der ursprünglich aus Afrika stammenden Pflanze hervor. Im Gegensatz zu Mais müsse Sorghum nach dem Anwurzeln nicht mehr bewässert werden. Allerdings liefere die Pflanze dem Vieh weniger Energie als Mais. Zudem ist Sorghum für Tiere giftig, solange die Pflanzen weniger als 60 Zentimeter hoch sind.
Bäume als mögliches Viehfutter
Parmelin besichtigte auf dem Betrieb auch ein gemeinsam mit Agroscope durchgeführtes Projekt zur Erschliessung zusätzlicher Futterquellen. In einer Hecke werden verschiedene Baumarten wie Esche, Weide, Linde, Maulbeerbaum und Erle auf ihre Trockenheitsresistenz und ihren Nährwert untersucht.
Die Versuche dürften noch einige Jahre dauern. Ziel sei es herauszufinden, welche Arten sich am besten eigneten, sagte Bach.
Futtermangel gehört zu den einschneidendsten Folgen der diesjährigen Trockenheit für die Schweizer Landwirtschaft. Einige Bauern mussten bereits auf ihre Wintervorräte zurückgreifen oder Kühe früher als geplant schlachten lassen.
Erleichterte Futterimporte
Der Bund hat deshalb mehrere Massnahmen ergriffen. Die Zölle auf Heuimporte wurden ausgesetzt, um die Versorgung mit Futter zu erleichtern. Auch die Einfuhrzölle auf Futtermais wurden vorübergehend gesenkt.
Am Mittwoch kündigte der Bundesrat zudem für 2026 zinslose Darlehen von insgesamt 54 Millionen Franken an. Sie sollen Landwirtschaftsbetriebe entlasten, die wegen der Trockenheit in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.
Bereits Anfang August hatte der Bund zugesichert, die Direktzahlungen vollständig auszurichten, auch wenn wegen der Trockenheit einzelne Voraussetzungen nicht erfüllt werden können. Ein Teil der Direktzahlungen soll zudem vorzeitig ausbezahlt werden.