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Briefträger auf der Strasse

In Bern haben rund 1300 Briefträger aus der ganzen Schweiz gegen die Pläne der Post protestiert, für die Briefsortierung künftig Maschinen einzusetzen. Die Pöstler befürchten einen massiven Stellenabbau.

Im Rahmen der Kundgebung auf der Berner Schützenmatte unterzeichneten die Briefträgerinnen und Briefträger eine Resolution an die Post-Spitze. Die Gewerkschaft Kommunikation, die zur Kundgebung aufrief, fordert die Leitung des Gelben Riesen darin auf, vor der Umsetzung des Projekts Distrinova eine vertragliche Garantie für den Verzicht auf Kündigungen abzugeben.

Im Hinblick auf diese Garantie seien Verhandlungen über flankierende Massnahmen wie Arbeitszeitverkürzungen oder Altersteilzeitarbeit zu führen. Die Gewerkschaft fordert auch den Erhalt von Vollzeitstellen in der Zustellung und den Verzicht auf die Bevorzugung von Unternehmen bei der Zustellung.

Hauptaussagen der Redner an der Kundgebung war, die Post müsse einen Service public leisten statt einen möglichst hohen Gewinn anzustreben. «Alles muss immer schneller werden und rentieren, rentieren, rentieren», beklagte sich Briefträger Arrigo Brühlmann aus dem Tessin vor den Teilnehmern.

Die Schweizerische Post testet seit September in der Region St. Gallen, in der Innerschweiz und in Lausanne das Projekt Distrinova. Kernpunkt ist, dass in den Poststellen Maschinen statt Menschen die Briefe vorsortieren, welche die Briefträger dann zu den Häusern bringen. Das soll Zeit und Kosten sparen.

Der Präsident der Gewerkschaft Kommunikation, Alain Carrupt, sprach in Bern von Tausenden von gefährdeten Arbeitsplätzen, Zentralsekretär Heinz Suter von rund tausend.

Ulrich Hurni von der Post-Konzernleitung sagte dazu auf Anfrage, Distrinova könne zu einem Stellenabbau führen. Zuerst müssten nun einmal die Tests abgeschlossen werden. Erst im nächsten Jahr werde die Post Entscheide fällen und erst dann sagen können, wie viele Stellen betroffen seien.

In der Schweiz gibt es rund 15’000 Briefträgerinnen und Briefträger.

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