Genfer Gericht gibt Hannibal Gaddafi Recht

Polizeifotos von Hannibal Gaddafi hätten von der "Tribune de Genève" nicht publiziert werden dürfen, hat das erstinstanzliche Gericht in Genf entschieden. Dies gab der Anwalt der Zeitung bekannt. Der Kanton Genf wurde für mitverantwortlich befunden.

Dieser Inhalt wurde am 12. April 2010 - 17:19 publiziert

Laut dem Urteil sei die Persönlichkeit Gaddafis durch die Publikation der Polizeifotos durch die "Tribune de Genève" verletzt worden, sagte Marc Hassberger, Anwalt der Genfer Tageszeitung. Der Anwalt hatte das Urteil am Montag erhalten.

Die Zeitung habe bei der Interessenabwägung falsch gewichtet, befand der Richter und verurteilte die Zeitung dazu, das Urteil zu veröffentlichen. Es muss auch auf der Internetseite der Zeitung publiziert werden.

Dreiviertel der Kosten müssen vom Kanton Genf getragen werden, der Rest verbleibt bei der Zeitung.

Das Gericht lehnte es ab, Hannibal Gaddafi eine Entschädigung von 100'000 Franken zuzusprechen. Der Sohn des libyschen Staatsführeres hatte dies gefordert, bevor er im letzten Moment darauf verzichtete.

Der Richter war der Meinung, die Veröffentlichung des Urteils genüge, um den entstandenen Schaden wieder gutzumachen.

Das Urteil kann weitergezogen werden.

Als Folge der Verhaftung des Sohns Muammar al-Gaddafis kam es zu
Auseinandersetzungen zwischen Libyen und der Schweiz.

Zudem waren die zwei Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani in Libyen festgesetzt worden. Max Göldi ist immer noch in einem libyschen Gefängnis.

swissinfo.ch und Agenturen

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