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Post-Konzernchef setzt auf Postfinance für Wachstum

Der CEO der Postgruppe setzt bei der Postfinance auf Wachstum
Der CEO der Postgruppe setzt bei der Postfinance auf Wachstum Keystone-SDA

Post-Konzernchef Pascal Grieder will sinkende Briefumsätze unter anderem mit zusätzlichen Einnahmen aus Postfinance, mehr Geschäft in den Filialen und mehr digitalen Briefen kompensieren. Die Post verliere jährlich rund 85 Millionen Franken Umsatz.

(Keystone-SDA) Grund des Rückgangs sei, dass klassische Brief- und Zeitungsgeschäfte zurückgingen, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Um die Einbussen auszugleichen, setzt das Unternehmen im Eigentum des Bundes verstärkt auf Zusatzgeschäfte. Ein zentraler Hebel sei die bessere Nutzung der hohen Kundenfrequenz, sagte Grieder, der seit November im Amt ist. Täglich betreten rund 250’000 Personen die über 700 Poststellen. Diese Frequenz solle gezielter für zusätzliche Angebote genutzt werden.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit Postfinance will die Post ausbauen, etwa durch mehr Sichtbarkeit und Integration von Finanzdienstleistungen in den Filialen. «Bei der Sihlpost in Zürich hat Postfinance aussen wie innen mehr Sichtbarkeit erhalten. Das ist eines von mehreren Pilotprojekten.»

Auch der digitale Brief, der seit Monatsbeginn zur postalischen Grundversorgung zählt, gewinnt an Bedeutung. Er verzeichnet laut Grieder Wachstumsraten im dreistelligen Prozentbereich.

Rentabilität entscheidend

Bei den Poststellen stellte Grieder klar, dass deren Zukunft stärker von ihrer Rentabilität abhängen werde. Sinkende Briefmengen erhöhen die Kosten pro Sendung deutlich. «Wenn Sie einen Brief in eine Filiale bringen, ist allein die Annahme teurer als die Briefmarke selbst.» Deshalb seien neue Ertragsquellen vor Ort entscheidend.

Die Filialen müssten künftig eine gewisse Eigenrentabilität erreichen, um langfristig bestehen zu können, sagte Grieder. Wie erfolgreich dies gelinge, werde massgeblich die Zahl der Post-Standorte nach 2028 bestimmen.

Zudem bekräftigte Grieder frühere Aussagen über die Notwendigkeit von Preiserhöhungen, ohne konkrete Angaben zu Umfang oder Zeitpunkt zu machen. Angesichts hoher Fixkosten im Service-public-Bereich seien Anpassungen der Tarife «unumgänglich», um das finanzielle Gleichgewicht zu sichern. Die Post stehe dazu im Gespräch mit dem Preisüberwacher.

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