Presseschau vom Samstag 10.08.2002

Dieser Inhalt wurde am 12. August 2002 - 13:25 publiziert

Die Landesausstellung Expo.02 sowie unseriöse Machenschaften in der Wirtschaft beschäftigen einmal mehr die Schweizer Presse.

Die Expo.02 sei keine Landesausstellung, sondern eine kleine Weltausstellung, schreibt die BERNER ZEITUNG in ihrem Samstags-Standpunkt. In dieser Offenheit liege ihre Qualität. Aber auch eine gewisse Beliebigkeit. Vieles bleibe Gag und reine Spielerei.

"Die Expo ist eine Momentaufnahme, die viel mehr über dieses Land aussagt, als man jetzt meint."

Gemäss einem Artikel in der BASLER ZEITUNG ist die Expo im "Zeitalter einstürzender Gewissheiten" zum "must" geworden.

"Die Expo wird schlicht genossen, nicht alles muss verstanden werden, nicht alles lohnt den Aufwand der Warteschlange, sehr vieles aber verführt zur irdischen Dreifaltigkeit des guten Lebens: zum Lernen, zum Nachdenken, zur Lust."

Weniger lustvoll ist im Moment die Lage an den Aktienmärkten, die zu grosser allgemeiner Unsicherheit führt. Zudem wurde am Freitag bekannt, dass der insolvente US-Telekom-Konzern WorldCom weitere Bilanz-Manipulationen in der Höhe von 3,3 Mrd. Dollar ausgeführt hat.

Die Westschweizer Zeitung LE TEMPS spricht von einem "crime parfait", einem perfekten Verbrechen. Es sei erstaunlich, dass die amerikanischen Haushalte und auch die 1,6 Millionen Aktionäre in der Schweiz nicht reagierten.

"Un crime impliquant tellement de complices que les victimes ne savent plus contre qui tourner leur colère." In dieses Verbrechen seien so viele Komplizen verwickelt, dass die Opfer nicht mehr wüssten, gegen wen sie ihren Zorn richten sollten, so LE TEMPS.

Zu reden und schreiben gibt auch weiterhin der Fall Martin Ebner, der mit seinem Modell der hohen Risikobereitschaft gescheitert ist. Seine BZ Gruppe musste die vier Visionen an die Zürcher Kantonalbank verkaufen.

Der Berner BUND setzt sich in seiner Samstagsausgabe mit den Lehren aus dem Fall Ebner auseinander und kommt zu folgendem Fazit:

"Man wird in der Vermögensanlage zu etwas mehr Bescheidenheit zurückkehren - zumindest bis zum nächsten Boom. Dieser wird bestimmt kommen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die Gier die Menschen dann wieder dazu treiben, zu hohe Risiken einzugehen."

Auch der Zürcher TAGES-ANZEIGER widmet sich der Strategie und den "kapitalen Fehlern" Martin Ebners:

"Der Mann mit der Fliege nützte in vielen Fällen ganz einfach strukturelle Schwächen der Firmen geschickt aus, um zu schnellen Gewinnen zu kommen. Sein Werkzeug war nicht die Debatte, sondern die Brechstange seiner immensen Kapitalkraft."

Gaby Ochsenbein

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