Referendum zum Kunstmuseum prägt Abstimmungssonntag im Kanton Bern
Die Stimmberechtigten des Kantons Bern stellen heute die Weichen für die Zukunft des Kunstmuseums Bern. Der Urnengang prägt den Abstimmungssonntag im Kanton.
(Keystone-SDA) Politiker von SVP, EDU und GLP haben das Referendum ergriffen, weil sie die Planung für die Erneuerung des Kunstmuseums stoppen wollen. «Kunst ja – aber nicht zu jedem Preis» lautet ihr Slogan. Die Befürworter halten entgegen, es führe kein Weg an der Sanierung des historischen Gebäudes und am Ersatz des Erweiterungsbaus vorbei.
Das Stimmvolk entscheidet erst über den Projektierungskredit von 15,7 Millionen Franken. Wird er angenommen, geht die Planung weiter. Die Gesamtkosten sollen dereinst 147 Millionen Franken betragen, wobei der Kanton der grösste Geldgeber ist.
Sagt das Volk Nein, müsste das Kunstmuseum ein neues Projekt ausarbeiten – und erneut auf Geldsuche gehen. Denn die Zusagen von Privaten gelten nur für das bestehende Projekt.
Thuns erste Stadtpräsidentin
In Thun werden die Stimmberechtigten für eine historische Wahl an die Urne gerufen. Mit Katharina Ali-Oesch (SP), Eveline Salzmann (SVP) und Andrea de Meuron (Grüne) wollen gleich drei Frauen als erste Stadtpräsidentin von Thun in die Geschichte eingehen.
Ob eine von ihnen auf Anhieb das absolute Mehr erreicht, ist offen. Ansonsten kommt es am 5. Juli zu einer Stichwahl. Das Amt wird neu besetzt, nachdem Raphael Lanz (SVP) in die Kantonsregierung gewählt worden ist.
Millionenkredite
In zahlreichen Gemeinden entscheidet das Volk über Sachvorlagen. In der Stadt Bern kommen gleich sechs Vorlagen zur Abstimmung, darunter der städtische Beitrag von 40 Millionen Franken an die Gesamtsanierung des Bernischen Historischen Museums.
Die Könizerinnen und Könizer sollen gut zwölf Millionen Franken für eine Fussgängerbrücke beim Bahnhof Niederwangen sprechen. In Worb sollen Stellvertretungen im Parlament möglich werden. Kirchlindach erwägt eine Änderung der Gemeindeordnung, damit das Volk dereinst über einen allfälligen Windpark entscheiden kann.
Eine komplexe Fragestellung wird den Stimmberechtigten von Münsingen unterbreitet. Sie müssen entscheiden, wie die In- und Auslandhilfe künftig aussieht. Dazu gibt es eine Parlamentsvorlage und einen Volksvorschlag, den ein Referendumskomitee eingereicht hat. Sagt das Volk zweimal Ja, wird die Stichfrage den Ausschlag geben.