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Roche und Chugai: Allianz

swissinfo.ch

Die Basler Roche und die japanische Chugai wollen zum fünftgrössten Pharmakonzern in Japan aufsteigen. Roche zahlt für die Übernahme der Mehrheit mindestens 2 Mrd. Franken.

Dieser Inhalt wurde am 10. Dezember 2001 - 09:56 publiziert

Roche übernimmt 50,1 Prozent von Chugai und verschmilzt seine japanischen Tätigkeiten im neuen Unternehmen. Dieses behält die Bezeichnung Chugai Pharmaceutical Co., Ltd, und wird mit einem kombinierten Pro-Forma-Umsatz im Jahr 2000 von 253 Mrd. Yen (umgerechnet rund 3,4 Mrd. Franken) auf dem japanischen Markt zur Nummer fünf vorrücken. Die Gesamtkosten der Transaktion belaufen sich auf 155 bis 198 Mrd. Yen (zwei bis 2,6 Mrd. Franken).

Roche weltweit in den Top Ten

Der Roche-Konzern rückt mit einem Anstieg der Gesamtverkäufe um 15 Prozent auf 30,4 Mrd. Franken weltweit von der Nummer 12 zu einem der zehn grössten Pharmakonzerne auf, wie der Roche-Verwaltungsratspräsident und -Konzernchef Franz Humer an einer Medien-Konferenz in Basel sagte.

Japan ist hinter den USA der mit Abstand zweit wichtigste Arzneimittelmarkt der Welt. Das künftige Potenzial ist bedeutend: Bereits heute gehört bei den über 65-jährigen Japanern der Pro-Kopf-Verbrauch an rezeptpflichtigen Medikamenten zu den höchsten weltweit. Es wird erwartet, dass dieses Alterssegement bis zum Jahr 2010 über 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Japans ausmachen wird.

Bereits im zweiten Jahr Gewinn bringend

Das neue Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten drei Jahren einen Umsatz von über vier Mrd. Franken zu erreichen, sagte Humer. Die Transaktion wird den Cash-Flow von Roche um 500 bis 600 Millionen steigern und bereits im zweiten vollen Jahr Gewinn bringend sein.

Laut Roche-Finanzchef Erich Hunziker wird die Pharma-Division von Roche wegen der erwarteten neuen nicht geldwirksamen Amortisations-Belastungen von 400 Millionen Franken pro Jahr das Ziel, die Betriebsgewinn-Marge auf 20 bis 25 Prozent zu verbessern, erst ein Jahr später als angekündigt erreichen.

Die Allianz sieht vor, dass Chugai ein eigenständig geführtes Unternehmen bleibt, das seine Tätigkeiten eng mit Roche kombiniert. Die gemeinsame Verkauforganisation erlaube eine viel stärkere Durchdringung des japanischen Markts. Durch die Zusammenlegung der Produkte entsteht ein gemeinsames Portfolio mit starken Positionen in den rasch wachsenden Marktsegmenten Onkologie, Hämatologie, Nieren- und Knochenkrankheiten sowie Virologie.

Die Transaktion sieht laut Mitteilung die Abspaltung der in Kalifornien domizilierten Chugai-Tochtergesellschaft Gen-Probe vor. Durch diesen Schritt würden die heutigen Aktionäre von Chugai direkt an Gen-Probe beteiligt. Die Transaktion muss noch von den Chugai-Aktionären und den Behörden genehmigt werden und soll im vierten Quartal 2002 abgeschlossen sein.

Analysten: Verhalten positiv

Dass Roche auf dem interessanten japanischen Markt stärker Fuss fasse, sei sicher positiv zu werten, sagte Ulrike Kulozik, Analystin bei der Bank Sal. Oppenheim in Zürich. Um in Japan erfolgreich zu sein, brauche es einen japanischen Partner.

Als günstig bewertet Patrick Burgermeister, Analyst der Zürcher Kantonalbank, die Transaktion. Roche investiere einen Bruchteil seiner 23 Mrd. Fr. schweren Kriegskasse ins operative Geschäft.

Der Zeitpunkt für die Fusion mache Sinn, habe Roche doch erst unlängst drei Medikamente in Japan lanciert. Zwei weitere Produkte stünden kurz vor der Einführung. Ausserdem erhalte Roche die Möglichkeit, weitere 14 Chugai-Produkte zu lizensieren.

Nicht der grosse Wurf

Dass die Analysten den Schritt von Roche in Japan unisono nicht als grossen Wurf bezeichnen, hängt mit dem japanischen Markt zusammen. Anders als in Europa oder den USA verfügt die Regierung in Japan alle zwei Jahre Preisreduktionen für Medikamente.

swissinfo und Agenturen

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