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Satellitengesteuert durch den Jurabogen

Urlaub im Jura-Bogen: Nicht nur Uhren oder Kühe, auch Satellitensteuerung.

(Schweiz Tourismus)

Im touristisch auf Watch Valley umbenannten Jurabogen wird "intelligenter" Tourismus angeboten – grenzüberschreitend mit Frankreich.

Autofahrer können ab Juli eine satellitengesteuerte Info-Konsole mieten, aus der automatisch eine Stimme erklingt, sobald ein attraktiver Standort erreicht wird.

Im "Watch Valley", wie der Jurabogen von Basel bis Genf touristisch neu benannt wurde, setzt man vermehrt auf so genannt "intelligenten" Tourismus. Die neueste Schweiz-Premiere: Mobile Informations-Geräte, die satellitengesteuert über die lokalen Attraktionen berichten. Sie werden von den lokalen Verkehrsbüros zur Miete angeboten.

Grenzüberschreitend, postindustriell und satellitengesteuert

Die handy-ähnlichen, GPS-gesteuerten Info-Konsolen funktionieren grenzüberschreitend: Nicht nur die Verkehrsbüros des Jurabogens bieten den Touristen diese "Hoppy" genannten Konsolen an, auch die Büros im benachbarten französischen Departement Doubs.

Dass gerade in der Jura-Region solche Dienste angeboten werden, ist kein Zufall. Ende der 1990er Jahre war die Konjunkturflaute zwischen Genf und Basel besonders zu spüren gewesen, Alternativen zu den herkömmlichen Wirtschaftszweigen drängten sich auf.

Deshalb haben sich die Regionen zu einer gemeinsamen "touristischen Destination" zusammengerauft, und vermarkten die einzelnen Jura-Gegenden gemeinsam unter dem Namen "Watch Valley".

Der Auftakt war 1998 mit der "Uhrmacherstrasse" und der Präsentation von 22 Museen im Jurabogen erfolgt.

2001 erhielten das Projekt Watch Valley beziehungsweise die Kantone und Städte des Jurabogens eine Mio. Franken aus der Kasse von "Innotour", die vom Sekretariat für Wirtschaft (seco) verwaltet wird.

Geld vom Bund, Know-how aus Frankreich

2002 besiegelten die Verkehrsbüros von Neuenburg, Jura und Berner Jura ihre Zusammenarbeit offiziell und dauerhaft. Und blickten ins benachbarte Frankreich, wo Tourismus schon länger mit zeitgemässer Technologie kombiniert wird.

Dank einer Technologie-Partnerschaft mit Frankreich vermarktet sich die einst mit Uhren-Mechanik grossgewordene Region nun neu - sozusagen postindustriell als Tourismusregion.

Die in den GPS-gesteuerten "Hoppy"-Geräten gespeicherten Informationen ertönen von selbst, sobald ein interessanter Standort erreicht wird. Autofahrer stellen die Konsole einfach aufs Armaturenbrett und fahren los.

"Hoppy" liefert bisher Informationen in Deutsch, Französisch und Englisch.

Alle 3 bis 4 Minuten eine Kurzinfo

Die Touristen folgen entweder den vorgeschlagenen Routen oder begeben sich spontan auf Entdeckungstour.

In der Software aufgelistet sind vorerst über 300 Orte und touristische Sehenswürdigkeiten im Jurabogen. "Bewegt man sich mit einer Geschwindigkeit von 60 km pro Stunde, ertönt alle 3 bis 4 Minuten eine Kurz-Information", sagt Fabian Claivaz, Marketingverantwortlicher von "Watch Valley", im Gespräch mit swissinfo.

"Für den Anfang wollten wir das Kulturgut des Jurabogens einbringen. Später wäre es leicht möglich, 'Hoppy' zu adptieren für Velotouren, Wanderungen oder Städtebesichtigungen", sagt Claivaz.

"Auf Schweizer Seite haben wir rund 300 Beschreibungen zu acht Themen gespeichert", sagt Claivaz: "Natur, Anekdoten, Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Sport und Freizeit, Architektur, Gastronomie."

"Navidoo" und "Hoppy Suisse"

Auf französischer Seite gibt es nochmals 300 Beschreibungen. Alles inklusive werden 2000 Kilometer Strasse oder 35 Fahrstunden abgedeckt. Zum "Hoppy"-Gerät gibts eine Karte mit signalisierten Strecken.

Im französischen Departement Doubs läuft dasselbe Programm unter der Bezeichnung "Navidoo" (Touristen-Englisch abgeleitet von "Navi-Doubs") – dieses ist mit "Hoppy Suisse" kompatibel.

swissinfo, Alexander Künzle

Fakten

Die Konsolen können bei 14 Verkehrsbüros im Schweizer Jurabogen und bei 12 auf der französischen Seite gemietet und zurückerstattet werden.

Total sind 300 Geräte im Einsatz.

Satellitengesteuert schaltet sich das Gerät an interessanten Orten selbst ein und gibt bis 90 Sekunden Informationen ab.

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In Kürze

Das Projekt "Hoppy" wurde 1999 an die Hand genommen. Man ging von den Informationswünschen von Touristen aus.

Das Positionierungssystem per Satellit ermöglicht die Lokalisierung der Benutzer irgendwo auf der Welt – über Zeitimpulse, die von den 24 Satelliten übertragen werden.

Der Audio-Führer "Hoppy" ist ein französisches Produkt, das neben der Region Doubs auch in der Region Aube en Champagne und in der Bretagne zum Einsatz kommt. Lizenzen wurden ausser in die Schweiz nach Grossbritannien, Kanada, Südafrika und Neuseeland verkauft.

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