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Schweiz verliert 0:1 gegen Nigeria

Auffällig, aber glücklos: Hakan Yakin.

(Keystone)

Die Schweizer Fussballer hatten im Zürcher Letzigrund das Spiel mehrheitlich im Griff. Doch am Schluss gewannen die Nigerianer. Den Siegestreffer schoss Taiwo in der 79. Minute.

Die Spieler Köbi Kuhns zeigten eine offensive Leistung. Im gegnerischen Strafraum liessen sie aber die letzte Konsequenz vermissen.

Die zahlreichen verletzungsbedingten Absenzen in der Schweizer Equipe erwiesen sich als zu grosse Hypothek: Gegen ein alles andere als unschlagbares Nigeria resultierte mit dem 0:1 die fünfte Niederlage des Jahres.

Damit treten die Spieler von Trainer Köbi Kuhn die Nati-Winterpause ohne das erhoffte (und benötigte) Erfolgserlebnis an.

Fehlende Physis zu Saisonschluss

Wie gegen die USA gaben die Schweizer das Spiel in der Endphase aus der Hand. In der 79. Minute wurde Taiwo vor dem Schweizer Tor mit einem Direktpass angespielt, und er setzte den Ball wuchtig am Schweizer Hüter Benaglio vorbei in die linke untere Torecke.

Nationalcoach Köbi Kuhn machte nach dem Schlusspfiff keinen glücklichen Eindruck. "Wir spielten während einer Stunde ordentlich bis gut und hatten auch Chancen. Aber dann hat die Kraft nicht mehr gereicht." Seine Spieler seien insbesondere zu weit von den Gegnern weg gestanden, bilanzierte er.

"Abwesender" Sturm

Zu schwer wog in Zürich das Fehlen von Teamstützen wie Alex Frei, Marco Streller, Patrick Müller, Xavier Margairaz oder Philippe Senderos. Insbesondere im Sturm fehlten die sonst zuverlässigen Torschützen Frei und Streller an allen Ecken und Enden. Kufo liess seine Chance einmal mehr ungenutzt, sich als dritte Kraft zu etablieren.

Einigermassen untadelig fiel dagegen die Leistung von Verteidigung und Mittelfeld aus. Der kaum von einer Grippe genesene Tranquillo Barnetta vermochte aber für einmal keine Akzente nach vorne zu setzen und blieb nach der Pause in der Kabine.

Gefälliges Kombinationsspiel

In der ersten Halbzeit kombinierten sich die Schweizer zwar gefällig bis vor den gegnerischen Strafraum. Dort kam ihnen aber regelmässig die letzte Konsequenz abhanden. Auch die Präzision, denn kaum einmal erreichte der letzte Pass eines Schweizers einen Mitspieler.

Die einzige echte Torchance hatte Hakan Yakin, der in der 6. Minute auf der linken Seite herrlich von Tranquillo Barnetta steil angespielt wurde. Doch der Berner sah seinen Schuss vom herauslaufenden nigerianischen Torhüter pariert.

Ausgelassene Chancen rächten sich

Für die zweite gefährliche Situation vor dem gegnerischen Tor war ebenfalls Yakin besorgt. Aber wiederum war es Hüter Ejide, der sich den Ball krallte und die Oberhand behielt.

Die zweiten 45 Minuten begannen die Schweizer mit einem starken Pressing. Einmal mehr war es Yakin, der den Ball nicht am Torhüter vorbei brachte. Auch mehrere Eckbälle blieben ohne zählbares Resultat.

Dann war es plötzlich Johan Djourou, der das 1:0 auf dem Fuss hatte. Aber Ejide pflückte sich auch diesen Ball. Gemäss dem Gesetz, dass wer die Tore vorne nicht schiesst, sie hinten kassiert, waren es die Afrikaner, welche eine ihrer wenigen Chancen zum Sieg verwerten.

Mangelnde Konstanz

Die Begegnung mit Nigeria war das zehnte und letzte Vorbereitungsspiel dieses Jahres für das Team im Hinbilck auf die Euro 2008. Die Bilanz über den Fussball-Jahrgang 2007 der Schweizer Nati fällt gemischt aus.

Vor allem ein konstanter Aufwärtstrend, wie er im Hinblick auf den nächsten EM-Sommer wünschenswert wäre, ist nicht auszumachen. Schwachen Partien folgten die beiden spielerischen Höhepunkte, das Remis gegen Argentinien und vor allem der Sieg gegen die starken Holländer. Diesen Lichtblicken folgte aber auf dem Fuss ein Rückfall in die Mittelklasse.

Die einzelnen Stationen

Der Blick auf sämtliche Resultate aus dem abgelaufenen Nati-Jahr bestätigt den disparaten Gesamteindruck: Es gab fünf Niederlagen (1:3 gegen Deutschland und Kolumbien, 3:4 gegen Japan, die 0:1-Niederlagen gegen die USA und Nigeria).

Dem stehen auf der Haben-Seite vier Siege gegenüber: 2:0 gegen Jamaika, 2:1 gegen die Niederlande, 2:1 gegen Chile und das 3:1 gegen Österreich. Einziges Remis war das 1:1 gegen Argentinien.

Im nächsten Jahr wird die Schweiz vor der Euro 2008 noch vier Spiele absolvieren: eines gegen Deutschland am 26. März, ein zweites wahrscheinlich im Februar gegen England im Wembley-Stadion, im Mai gegen Liechtenstein in St. Gallen und an einem noch nicht bekannten Datum in Lugano gegen einen noch unbekannten Gegner.

swissinfo, Renat Künzi

Euro 2008

Die Fussball-Europameisterschaft 2008 findet in der Schweiz und Österreich statt.

Von den insgesamt 31 Partien finden 15 in der Schweiz statt, nämlich in Basel, Zürich, Bern und Genf. Österreich richtet 16 Spiele aus, inklusive Final.

In den Verkauf gelangen insgesamt 1'050'000 Tickets. Die Schweiz erwartet fünf Mio. Besucher, davon 1,4 Mio. aus dem Ausland.

2500 Journalisten begleiten den drittgrössten Sportanlass der Welt, der von rund 8 Mrd. Fernseh-Zuschauern in 170 Ländern verfolgt werden wird.

Die Gesamtkosten in der Schweiz betragen 182 Mio. Franken; knapp 83 Mio. Franken übernimmt der Bund.

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Schweizer Nati an Grossanlässen

Als Veranstalterin ist die Schweiz automatisch für die Euro 2008 qualifiziert. Damit nimmt sie zum dritten Mal an einer EM-Endrunde teil.

Erstmals war sie 1996 in Grossbritannien dabei, dann 2004 in Portugal, wo sie nach den Gruppenspielen ausschied.

An Weltmeisterschaften war die Schweiz bisher acht Mal dabei: Italien 1934, Frankreich 1938, Brasilien 1950, Schweiz 1954, Chile 1962, England 1966, USA 1996 und Deutschland 2006.

Das beste Abschneiden waren drei Qualifikationen für das Viertelfinale (1934, 1938, 1954).

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