Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Was wäre, wenn? Avenir Suisse hat in einem Gedankenexperiment 13 mögliche Entwicklungen für die Schweiz untersucht. Derweil übt die Polizei das Szenario eines Terroranschlags. Und die Auslandschweizer-Organisation gibt Wahlempfehlungen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Was wäre, wenn? Der Think Tank Avenir Suisse hat in einem Gedankenexperiment für die Schweiz 13 mögliche Entwicklungen und deren Konsequenzen untersucht. Schweizer Medien berichten breit darüber.
Die Neue Zürcher Zeitung widmet sich vor allem der Frage, was wäre, wenn die Lebenserwartung in der Schweiz auf 110 Jahre steigen würde. Weil sich dadurch das Verhältnis von Aktiven zu Rentnern verschöbe, würde wahrscheinlich ein Arbeitskräftemangel drohen. Zudem würden die Krankheitskosten explodieren und es bestünde ein grosser Bedarf nach Pflegepersonal.
Die Handelszeitung interessiert vor allem die Frage, was wäre, wenn alle Multis die Schweiz verlassen würden. Das wäre für die Schweiz nur schwer zu verkraften. Auf einen Schlag brächen 26 Prozent der Schweizer Arbeitsplätze weg und in der Folge stünden Immobilien leer, Steuereinnahmen sänken und Ausgaben im Sozialbereich nähmen zu.
Andere Medien berichten integral über die Denkanstösse von Avenir Suisse. Andere behandelte Fragen sind beispielsweise: Was wäre, wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt würde? Was wäre, wenn eine Maturitätsquote von 90% umgesetzt würde? Was wäre, wenn der interkantonale Steuerwettbewerb abgeschafft würde?
- Die Szenarien von Avenir SuisseExterner Link.
- Der Artikel der NZZExterner Link (Paywall).
- Der Artikel der HandelszeitungExterner Link (Paywall).
- Auch nau.chExterner Link und die Aargauer ZeitungExterner Link berichteten über das Gedankenexperiment von Avenir Suisse.
In einer nationalen Übung testen die Sicherheitsbehörden in der Schweiz, ob sie einen Terroranschlag bewältigen könnten.
Terrorakte sind auch in der Schweiz möglich. Die Polizei ist in der Schweiz kantonal organisiert. Die Behörden wollen deshalb in guten Zeiten das Zusammenspiel testen, damit es im Ernstfall funktioniert.
Der Schweizer Nachrichtendienst hat sich ein Übungsszenario ausgedacht, bei dem unter anderem ein Bombenangriff auf den UNO-Sitz in Genf sowie ein Angriff auf das Atomkraftwerk Beznau vorkommen. Die breit angelegte Anti-Terrorübung wird für die Bevölkerung nicht sichtbar sein.
Laut NZZ liegen erste Erkenntnisse bereits vor, obwohl die Übung noch gar nicht stattgefunden hat: Die Polizeikorps seien nicht imstande, die geforderten Einsätze während einer lange andauernden Bedrohungslage zu leisten. Es seien rund 5000 zusätzliche Polizisten notwendig. Die Schweiz hat etwa 18’000 Polizisten.
- Der BlickExterner Link, SRFExterner Link und die NZZ (Printausgabe) berichteten über die Übung.
- Die Schweiz hat mehr Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste als Polizisten, wie Sie in dieser Reportage lesen können.
Die mexikanische Schriftstellerin Aura Xilonen lebt seit Kurzem in Zürich. In der Schweizer Ausgabe von «Die Zeit» gab sie in einem Interview Auskunft darüber, wie sie die Schweiz im Vergleich zu ihrer Heimat wahrnimmt.
In Zürich zu leben, fühle sich surreal an, sagte Xilonen. In Mexiko würden täglich Menschen ermordet, entführt oder vergewaltigt. «Und dann kommt man hierher an diesen Ort, an dem alles zu sauber und so organisiert ist.»
Die Schweizer strahlten Ruhe und Ausgeglichenheit aus, so die 23-Jährige im Interview. Aber auch Separiertheit. «Man ist hier nicht ständig auf Kommunikation aus», meint sie und fragt sich, ob die Schweizer vielleicht Einzelgänger seien.
Ein «positiver Schock» sei die Sauberkeit in der Schweiz, insbesondere der Gewässer, die in Mexiko überall verschmutzt seien. Wenn sie wieder in ihre Heimat zurückkehre, werde sie aber gewisse Dinge dort mehr wertschätzen. Zum Beispiel, dass es in Mexiko überall Kunsthandwerk zu kaufen gebe und der Museumseintritt gratis sei.
- Das Interview ist in der Schweizer Ausgabe von «Die Zeit» (Printausgabe) erschienen.
- Warum die Schweiz bei Expats unbeliebter wird, erfahren Sie in diesem Artikel auf swissinfo.ch.
- Wie ein Schweizer Zahntechniker in Mexiko zu Erfolg kam.
Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) hat ein Info-Spezial für den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen publiziert. Sie empfiehlt Politikerinnen und Politiker, die sich stark für die Anliegen der Auslandschweizerinnen und -schweizer einsetzen.
Die ASO informiert die Auslandschweizer und Auslandschweizerinnen verschiedener Kantone über die Abstimmungstermine im November.
Und sie erneuert ihre Wahlempfehlung, die sie für die Eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 unter anderem gestützt auf ein Ranking von swissinfo.ch erstellt hat. Nur drei der empfohlenen Kandidaten stehen für den zweiten Wahlgang zur Verfügung.
Die von der ASO empfohlenen Kandidaten sind Regula Rytz (Grüne), Carlo Sommaruga (SP) und Filippo Lombardi (CVP).
- Die Info-Seite der ASOExterner Link.
- Unser Artikel darüber, wie die Wahlen für Auslandschweizer und Auslandschweizerinnen bisher verliefen.
- Wir berichteten über das geplante Ranking.
- Unsere Auswertung der Parteien hinsichtlich der Vertretung der Interessen von Auslandschweizern und Auslandschweizerinnen.
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