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Zwei Frauen küssen sich

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Angesichts der Angst vor dem Klimawandel gehen andere Umweltprobleme manchmal fast vergessen, so mein Eindruck. Obwohl sie vielleicht ähnlich gefährlich sind. Zum Beispiel häufen sich Hiobsbotschaften rund um Pestizide.

Herzliche Grüsse aus Bern

Bach
© Keystone / Gaetan Bally

Eine Schweizer Studie hat eine neue Messmethode entwickelt und damit kleinste Mengen Insektizide in Bächen nachgewiesen, die für Wasserlebewesen tödlich sind.

Moderne Insektizide sind so wirksam, dass man sie in kleinsten Mengen anwenden kann. Was positiv tönt, hat auch eine schlechte Seite: Bereits geringste Konzentrationen dieser hochwirksamen Pestizide sind für Wasserlebewesen tödlich. Diese kleinen Mengen waren bisher gar nicht mess- oder nachweisbar.

Forscher mussten deshalb zuerst eine neue Messmethode entwickeln. Erstmals in Europa ist es nun gelungen, die Verschmutzung von Bächen zu messen. Die Schweizer Studie ergab erschreckende Resultate: Obwohl die modernen, hochwirksamen Insektizide in der Schweiz noch verhältnismässig selten angewandt werden, sind sie für Wasserlebewesen in Bächen tödlicher als alle anderen Insektizide zusammen.

Wenige Tage zuvor berichteten Schweizer Medien über eine Studie aus Japan, die nachwies, dass bestimmte Pflanzenschutzmittel erhebliche Auswirkungen auf Fischbestände haben. Gefährliche Pestizide sind in der Schweiz ein vieldiskutiertes Thema. Zwei Volksinitiativen wollen Pestizide verbieten oder einschränken.

Hände an Gitter
Pixabay

Die Schweiz inhaftiert noch immer minderjährige Asylsuchende, pro Jahr sitzen rund 20 in Ausschaffungshaft. Trotz heftiger Kritik will das Schweizer Parlament diese Praxis nicht verbieten.

Zwischen 2017 und 2018 wurden in der Schweiz 37 Minderjährige für einen Zeitraum von 2 bis 120 Tagen inhaftiert, wie der jüngste Bericht der Schweizer Kommission zur Verhütung von Folter zeigt. Diese Kinder waren Asylsuchende im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, deren Antrag abgelehnt wurde.

Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das erwachsene und minderjährige Asylsuchende inhaftiert. Eine globale Untersuchung der UNO hält fest, dass jedes Jahr mindestens 330’000 Kinder in mindestens 77 Staaten in einem Migrationskontext eingesperrt werden. Das könnte sich ändern: Im Dezember 2018 verabschiedeten 164 Länder einen Globalen Migrationspakt, der unter anderem darauf abzielt, die Inhaftierung von Kindern zu bekämpfen.

Die Schweiz war eine der treibenden Kräfte hinter dem Migrationspakt, aber ihr Beitritt zu dem Pakt wurde aufgrund der Skepsis des Parlaments vorerst verschoben. Das Parlament hat zudem dieses Jahr zwei Vorstösse deutlich abgelehnt, die ein Verbot der Administrativhaft für Minderjährige forderten.

Zwei Frauen küssen sich
Keystone / Anthony Anex

Die reformierte Kirche in der Schweiz sagt Ja zur «Ehe für alle». Über diesen bemerkenswerten Entscheid berichten diverse Schweizer Medien.

Homosexuelle Paare können ihre Partnerschaft in der Schweiz seit 2007 eintragen lassen. Doch die Ehe ist bisher auf heterosexuelle Paare beschränkt. Ein Gesetzesvorschlag will dies ändern.

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) hat nun ein Ja beschlossen zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene. Der Abstimmung ging eine lebhafte Debatte voraus.

Der Nationalrat wird voraussichtlich in der Frühjahrssession 2020 über die Gesetzesvorlage beraten. In der Vernehmlassung hatten sich mit Ausnahme von SVP und EVP alle Parteien für die Einführung der «Ehe für alle» ausgesprochen.

Eritrea
Keystone / Thomas Aeschi

Aus migrationspolitischen Überlegungen fördert die Schweiz die Berufsbildung in Eritrea. Ein Journalist der NZZ war dabei, als Schweizer Berufsschullehrer die eritreischen Kollegen von ihrer Didaktik zu überzeugen versuchten.

Eritreer und Eritreerinnen gehören zur grössten Gruppe von Asylsuchenden in der Schweiz. Doch die Behörden weisen immer mehr Gesuche ab. Um die Rücknahme von abgewiesenen Asylbewerbern durch Eritrea zu erleichtern, will die Schweizer Politik die Beziehungen zu dem Land verbessern.

Deshalb – und damit mehr Eritreer in ihrer Heimat bleiben – fördert die Schweiz die Berufsbildung in Eritrea. Ein Journalist der NZZ besuchte das Bildungszentrum in Massawa am Roten Meer, wo bisher über 200 Lehrlinge in sechs Berufen ausgebildet wurden: Elektriker, Elektroniker, Informatiker, Schreiner, Schlosser und Kühltechniker.

Der Korrespondent der NZZ schaute zu, wie Schweizer Berufsschullehrer ihren eritreischen Kollegen Inputs gaben. Sein Eindruck: «Man spürt, dass die eritreischen Fachkräfte kaum etwas anderes kennen als Frontalunterricht», schreibt er im Artikel. «Alles andere scheint für sie nicht ganz seriös zu sein.»

Steinböcke
© Keystone / Anthony Anex

Auf Trophäen- oder Grosswildjagd? Dafür muss man nicht bis nach Afrika reisen. Im Kanton Wallis kann man seit Jahren auf Jagd-Safari gehen. Spezialisierte Reisebüros bieten Touristen an, in die Schweiz zu kommen, um Steinböcke zu jagen. Ausländische Jäger geben dafür mehr als 20’000 Franken aus. Das Steinbockgeweih nehmen sie als Trophäe mit nach Hause.

Wildhüter stehen im Mittelpunkt dieser Jagd, die dem Kanton Wallis jährlich 650’000 Franken einbringt. Dies zeigt eine Untersuchung der Sendung Mise au Point des Westschweizer Radio und Fernsehens RTSExterner Link.

Bei unserer französischsprachigen Community wurde die Steinbock-Jagd bereits heiss diskutiert. Unsere Leserinnen und Leser sind sich einig: «Skandalös!», «Beschämend», «Inakzeptabel»!, um nur einige Kommentare zu nennen. Es wurde sogar eine Petition gegen die Jagd auf Steinböcke gestartet, die in den vergangenen zwei Tagen schon über 31000 Unterstützer fand.

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