Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Es ist ein historischer Prozess: Zum ersten Mal steht heute in der Schweiz ein mutmasslicher Kriegsverbrecher vor Gericht.
Herzliche Grüsse aus Bern
Historischer Gerichtsprozess in Bellinzona
Zum ersten Mal findet in der Schweiz ein Kriegsverbrecher-Prozess statt. Ein 45-jähriger Liberianer wird beschuldigt, im Bürgerkrieg des westafrikanischen Landes in den 1990er-Jahren Gräueltaten begangen zu haben.
Es ist das erste Mal, dass jemand im Zusammenhang mit dem liberianischen Bürgerkrieg vor Gericht steht. Und für die Schweiz ist es ebenfalls eine Premiere: Zum ersten Mal findet die Rechtsgrundlage der sogenannten universellen Gerichtsbarkeit Anwendung.
Dass es soweit gekommen ist, ist aber den Anstrengungen einer Nichtregierungsorganisation zu verdanken: Sie hat Strafklage gegen den Mann eingereicht. Dieser hatte in der Schweiz Asyl beantragt – und wurde von Zeugen erkannt. Es wird erwartet, dass der Prozess sehr aufwendig wird.
- Lesen Sie hierExterner Link den Bericht von SRF News.
- Eine detaillierte Übersicht finden Sie bei Human Rights WatchExterner Link.
- Über die Möglichkeit, Kriegsverbrecherin in der Schweiz den Prozess zu machen, haben wir schon im Frühling berichtet.
Schweizer Geld für den Krieg im Kaukasus
Armenien und Aserbaidschan führten kürzlich einen erbitterten Kampf um Bergkarabach, ein Gebiet, das seit Jahrzehnten umstritten ist. Der blutig ausgetragene Konflikt forderte einen hohen Blutzoll und endete mit einem Sieg Aserbaidschans.
Ein aserisches Grossunternehmen kennt man auch in der Schweiz: Den Ölkonzern Socar, der hierzulande zahlreiche Tankstellen führt. Für Empörung sorgte das Unternehmen, als es während den Kriegshandlungen auf seinen sozialen Medien Kriegspropaganda betrieb.
Socar ist wichtig für die aserische Wirtschaft – und verdient das meiste Geld in der Schweiz, wie der Tages-Anzeiger aufzeigte. Das ist insofern problematisch, weil aus diesen Gewinnen die militärische Aufrüstung finanziert wurde, die Aserbaidschan den Sieg im Krieg ermöglichte. Auch sonst hinterlässt die Präsenz des Unternehmens in Genf einen schalen Beigeschmack.
- Lesen Sie hierExterner Link den Bericht des Tages-Anzeigers.
- Das SRF-Wirtschaftsmagazin Eco hat bereits früher über Socar berichtetExterner Link.
- Über die Beziehungen zwischen der Schweiz und Aserbaidschan haben wir auch schon berichtet.
Top-Managerin bei Daimler: Die stille Schweizerin
In der Schweiz gibt es zahlreiche Deutsche in Spitzenpositionen. Umgekehrt ist das weniger der Fall. Dabei ist ein Wechsel aufgrund der ähnlichen Arbeitskulturen in beide Richtungen möglich, wie Renata Jungo Brüngger im Interview sagt.
Die gebürtige Freiburgerin ist Managerin bei Daimler und damit eine der wenigen Frauen im Vorstand eines DAX-Unternehmens. Beim Autobauer sind ein Viertel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt, das ist weitaus mehr als bei anderen Unternehmen.
Renata Jungo Brüngger spricht mit uns über Frauenquoten, unternehmerische Verantwortung und die Schweizer Berge – die sie auch nach ihrem Umzug nach Stuttgart nicht losgelassen haben.
- Lesen Sie hier unser Porträt.
- Warum ausländische Frauen in Schweizer Unternehmen eher Karriere machen, haben wir hier beschrieben.
- Eine Schweizerin plant das prestigeträchtige Deutsche Hafenmuseum in Hamburg. Hier finden Sie unser Porträt über Ursula Richenberger.
Der Filmerfinder: Jean-Luc Godard wird 90
Die Schweiz ist nicht für ihre Regisseure bekannt. Sie ist allerdings für Jean-Luc Godard bekannt, einem der wichtigsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts.
Oder nicht? Godard war nämlich auch Franzose, er hat die französische Nouvelle Vague mitgeprägt. So sehr er sich als Person nicht vereinnahmen lässt, so wenig gelingt es auch bei seinen Filmen.
Die Würdigungen zum runden Geburtstag sind überschwänglich, mir persönlich gefällt das Porträt von Journal21: «Jean-Luc Godard ist kein Regisseur, sondern einer der wenigen Filmerfinder.«
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von Journal21.
- Godard ist weiterhin produktiv – momentan hat er zwei Projekte am Start, schreibt Nau.chExterner Link
Heute für Sie: Unser drittes Adventsfenster
Dieses Jahr widmen wir unseren Adventskalender der Schweizer Kunst- und Kulturszene. Aufgrund der Coronakrise litt sie heuer besonders – auf diese Weise wollen wir den Künstlerinnen und Künstlern unseren Tribut zollen.
Unser heutiger Tipp liegt mir besonders am Herzen. So viel sei hier verraten: Es handelt sich um einen einflussreichen Musiker aus Luzern, den ich bereits oft live gesehen und gehört habe. Wenn er sagt, er lasse sich von «Leben, Wind, Sonne, Menschen und gutem Wein» inspirieren, dann kann ich Ihnen garantieren – so klingt auch seine Musik!
- Hier finden Sie unseren Kulturtipp.
- Wollen Sie uns Künstlerinnen und Künstler aus Ihrem Kanton vorschlagen? Machen Sie das in unserer Umfrage!
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