Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der Auslandschweizer-Rat wendet sich mit zwei Resolutionen an den Bundesrat. Fühlen Sie sich damit gut vertreten?
Herzliche Grüsse aus dem Homeoffice
Der Auslandschweizer-Rat fordert die Aufrechterhaltung der Personenfreizügigkeit mit der EU und Zugang zu Impfungen.
Am Freitag und am Montag tagte der neu zusammengesetzte Auslandschweizer-Rat – wegen der Pandemie fand der Kongress online statt. Die am Montag verabschiedeten Resolutionen adressieren zwei Hauptthemen: Die Beziehungen zur EU und Covid-Impfungen.
Der Rat fordert den Bundesrat auf, eine Strategie zur Aufrechterhaltung der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union festzulegen. Denn 460’000 Schweizerinnen und Schweizer leben in der EU und sind direkt davon betroffen.
Eine weitere Resolution fordert die Anerkennung von Impfzertifikaten von im Ausland geimpften Schweizerinnen und Schweizern, die nicht im EU/EFTA-Raum leben. Ausserdem soll Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern in Ländern mit prekären Gesundheitssituationen der Zugang zur Impfung bei den Schweizer Vertretungen vor Ort ermöglicht werden.
- Mein Kollege Balz Rigendinger berichtet hier über die Tagung.
- HierExterner Link das das Communiqué der Auslandschweizer Organisation (ASO) im Wortlaut.
- Und hier nochmals das Interview mit Filippo Lombardi, dem neuen Präsidenten der ASO.
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Afghanistan: Die Schweiz bringt lokales Personal und Angehörige in Sicherheit.
Eine Maschine der Swiss hat heute Nacht über 200 Personen mit Schweizer Bezug, unter anderem lokales Personal der Direktion für Entwicklungs-Zusammenarbeit (Deza) und dessen Angehörige, sicher nach Zürich gebracht.
Die Passagierinnen und Passagiere hatten bereits zuvor eine abenteuerliche Reise hinter sich: Nachdem sie sich am Wochenende auf das Gelände des Flughafens der afghanischen Hauptstadt retten konnten, flog sie die deutsche Luftwaffe von dort aus nach Taschkent im benachbarten Usbekistan. Dort holte sie das Schweizer Flugzeug ab.
Heute Nachmittag vermeldete das DEZA, nun hätten auch die verbleibenden Mitarbeitenden und Angehörigen, die dies wollten, Kabul verlassen können, namentlich dank der Hilfe Deutschlands. Zurzeit befinden sich noch 15 Schweizer Staatsangehörige in Afghanistan und sollen evakuiert werden. Die Zeit drängt: Die USA wollen den Flughafen der Hauptstadt nur noch bis am 31. August sichern.
- Die Neue Zürcher ZeitungExterner Link (NZZ, Paywall) hält Sie auf dem aktuellsten Stand.
- Die Schweiz plant nicht, Afghanistan-Flüchtlinge in grosser Zahl aufzunehmen, erklärt meine Kollegin Pauline Turuban hier.
- Die MedienmitteilungExterner Link des DEZA.
- SRF News: So bekommen Afghaninnen und Afghanen ein humanitäres VisumExterner Link.
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Ein kleines Büro in Genf löst einen diplomatischen Tsunami aus.
Ein einfaches, unscheinbares Büro in einem bescheidenen Genfer Gebäude, wie es sie in der Stadt unzählige gibt, bringt die diplomatische Welt in Aufruhr. Auslöser war eine kurze Meldung: Am 9. August wurde verkündet, dass die Autonome Verwaltung Nordostsyriens (AANES) dort eine Vertretung eröffnet.
Was die Sache so kompliziert macht: Was bedeutet eine «Vertretung» einer territorialen Einheit, die von keinem Staat anerkannt wird? Die AANES erlangte 2012 im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg Autonomie und hat inzwischen vier bis fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, überwiegend Kurdinnen und Kurden.
Die Türkei, welche die kurdische Arbeiterpartei (PKK) in ihrem Land als Terrororganisation einstuft, reagiert ungehalten. Sie beschuldigt die Schweiz, durch die Duldung des Büros der AANES indirekt den Terrorismus zu unterstützten.
Die Schweiz, neutral wie immer, windet sich derweil mit der Aussage aus der Affäre, es handle sich bei dem Büro nicht um eine diplomatische Vertretung, sondern um einen Verein «im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, dessen Bestimmungen nicht sehr restriktiv sind».
- Unser freier Mitarbeiter Claude Duchêne erklärt den komplexen Konflikt hier anschaulich.
- Aus dem Archiv: Weshalb ist das internationale Genf so wichtig für die Schweiz?
Die Beheizung von unbewohnten Zweitwohnungen kostet Feriendörfer viel Geld, Energie und CO2-Emissionen. Das Dorf Engelberg will nun dagegen vorgehen.
Ferienwohnungen sind in Schweizer Bergdörfern weit verbreitet. So auch in Engelberg: 2000 an der Zahl sind es in der kleinen Obwaldner Feriendestination. Obwohl nur selten benutzt – in den Ferien, am Wochenende – werden diese Wohnungen und Häuser meistens den ganzen Winter über beheizt.
Das bietet ein beträchtliches Sparpotenzial, wie das Bundesamt für Energie (BFE) feststellt. In Engelberg und zwei weiteren Gemeinden startet deshalb nun ein Pilotprojekt: Eine App soll die Heizung bequem von Zuhause aus steuern. So kann man die Wunschtemperatur am Abend vor der Anreise einschalten.
Würde man alle Zweitwohnungen in der Schweiz mit einem solchen Fernsteuersystem ausrüsten, könnte man jährlich etwa 200 Millionen Franken an Heizkosten oder den gesamten Energieverbrauch der Haushalte von Bern und Lausanne zusammen einsparen, rechnet das BFE vor. Klingt toll! Um Energie und Geld zu sparen, brauche ich nur noch eine Ferienwohnung…
- SRF News berichtet hierExterner Link.
- Agenturmeldung unserem Archiv: wie viele Zweitwohnungen gibt es in der Schweiz?
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