Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Simple Texte, die funktionierten, charmant, provokant, bisweilen böse – aber immer poetisch, und in Berner Mundart: Der Schweizer Musiker Endo Anaconda ist tot. Nachruf auf einen Rock&Roller.
Beste Grüsse aus Bern, und bleiben Sie gesund!
Sein exotischer Name. Seine simple, aber brillante Lyrik. Seine wuchtige Aura: Der Schweizer Mundartmusiker Endo Anaconda ist tot.
Er wurde nur 66 Jahre alt – Krebs. Was er machte, war kein Rock&Roll, vielmehr war er ein Blueser: Der Blues am Leben mit seinen Fallstricken aus komplizierten Beziehungen, Weltschmerz und Drogen. Eben doch Rock&Roll.
Seine bekanntesten Refrains waren «U när Znüni nä», das Hohelied auf die Vormittagspause an einem beschissenen Arbeitstag, und «Gang doch echli der Aare naa», der Preisung oder Persiflage des Flanierens am Fluss, der durch Bern führt. Meine Lesart: Es sind auch verklausulierte Leitfäden zur Selbstberuhigung.
Und jetzt also: Stille und Leere. Der «Stille Has», wie Anaconca nach dem Namen seiner Band auch genannt wurde, war ein Solitär in der Schweizer Musikszene. Seine Zeilen werden vielleicht von jenen weiter geschrieben, die auf ihre Art in ihrer Seele auch oft Rock&Roller sind: Den Heroen des vielfältigen Schweizer Mundart-Raps.
- Die Schweiz beklagt den Tod eines grossen Cholerikers – unsere Würdigung Endos von David Eugster.
- Der Letzte seiner ArtExterner Link – Nachruf von Ane Hebeisen, einer Berner Legende des Musikjournalismus. (TA-Medien, Paywall).
- «Endo Anaconda ist an den Folgen von Lungenkrebs verstorben»Externer Link – Würdigung im Blick.
- Polo Hofers Blick in Albert Hofmanns LSD-Kosmos – mein Bericht von 2008 über die Erkundungstrips der grössten Schweizer Mundartrock-Legende in die Tiefen seines Unterbewusstseins.
Ihre Schweizer Bank gibt’s nur per App. Dafür zahlen Sie keine abschreckenden Gebühren.
Sie kennen die Geschichte aus dem FF: Sie als Auslandschweizer:in werden von Schweizer Banken gebührenmässig richtiggehend geschröpft. Wenn Sie nicht sogar vor die Türe gestellt wurden.
Ein Missstand, der mit dem Fall des Bankgeheimnisses 2009 Jahren akut wurde.
Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Die so genannten Neo-Banken. Es sind dies rein digitale Banken, die meist per App funktionieren und sich auf Basis-Dienstleistungen konzentrieren. Und sie sind meist an eine der etablierten Institute angegliedert.
- Sind Neo-Banken die Lösung für Auslandschweizer? – meine Kollegin Emilie Ridard bringt Sie auf den neuesten Stand.
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