Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
In der Abstimmung über das Mediengesetz wurden Sie von den Schweizer:innen im Inland überstimmt – die Vorlage wurde versenkt. Wie geht es nun mit der kriselnden Medienlandschaft weiter? Die Vorschläge sind so vielseitig wie gegensätzlich.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Was folgt auf das gescheiterte Medienhilfepaket? Von Angriffen auf die öffentlich-rechtlichen Anstalten bis hin zu neuen Unterstützungsmodellen ist die Spannweite der Ideen in der Politik gross.
Das Medienhilfepaket ist gestern an der Urne krachend gescheitert. «Die Pandemie hat zweifellos ein Klima der Skepsis gegenüber den Medien geschaffen», sagt die Politologin Martina Mousson im Interview mit meiner Kollegin Katy Romy.
«Das Volk ist nicht grundsätzlich gegen die Medienförderung.» Das zeigten Umfragen. Doch wie sollte diese Förderung zukünftig aussehen? Der Tages-Anzeiger sammelte die wichtigsten Ideen.
In der Politik geistert etwa der Gedanke herum, Mediengutscheine für alle zu verteilen – mit denen man selber entscheiden kann, welche Medien man damit finanzieren will. Die SVP bläst derweil zum Angriff auf die öffentlich-rechtlichen: Sie will die SRG-Gebühren (mit denen auch swissinfo.ch finanziert wird) drastisch kürzen.
- Zum Interview mit Martina Mousson geht es hier.
- Beim Tages-AanzeigerExterner Link gibt es noch mehr Ideen, wie der Service public neu organisiert werden soll (Paywall).
- «Die SRG hat heute zu viel Geld»Externer Link, sagt SVP-Politiker Gregor Rutz im Interview mit dem Tagesanzeiger.
- Unser Demokratieexperte Renat Kuenzi berichtete hier von der Abstimmung.
Mehr
Wäre es nach Ihnen gegangen, liebe Auslandschweizer:innen, wäre die Medienhilfe angenommen worden.
Hätte am Sonntag nur die Schweizer Diaspora abgestimmt, wäre die Zustimmung für das Hilfspaket bei 62% gelegen – statt bei 45%.
«Während in der Schweiz viel Skepsis herrscht, leben die Auslandschweizer:innen oft in Kontexten, in denen der Staat die Medien bereits unterstützt, ohne dass dies ein Problem darstellt«, erklärt Mousson.
Bei den anderen Vorlagen, über die gestern entschieden wurden, war die Diskrepanz kleiner. Generell stellt Martina Mousson fest, dass die Auslandschweizer:innen mit Ausnahme der Tabakinitiative mehr im Einklang mit der Position der Regierung gestimmt haben.
- Meine Kollegin Pauline Turuban hat sich die Zahlen zum Abstimmungsverhalten hier angeschaut.
- Apropos Medien und Fünfte Schweiz: Wie informieren Sie sich über die Geschehnisse in der Schweiz? Sagen Sie es uns in unserer Umfrage!Externer Link
- Aus dem Archiv: Warum stimmen Auslandschweizer:innen anders ab?
Nach dem Tabak geht es um die Wurst: «Wäre es wirklich so schlimm, wenn Werbung für Cervelats verboten würde?», fragt die Co-Präsidentin der Jungen Grünen.
«Heute Tabak! Morgen Cervelat? Nein zur extremen Verbots-Initiative», so warben die Gegner:innen der Tabakverbots-Initiative. Bei mir im Aargau sahen sie neben der Wurst auch die Rüeblitorte gefährdet.
«Absurde Angstmacherei» beurteilten die Befürworter:innen des Tabakwerbeverbots diese Kampagne. Nachdem das Werbeverbot gestern an der Urne angenommen wurde, klingt es bereits etwas anders.
Während andere nur vorsichtig über mögliche Werbeeinschränkungen für gesundheits- oder klimaschädliche Produkte wie Fleisch oder Zucker nachdenken, gehen die Jungen Grünen weiter: Sie fordern in einer Medienmitteilung gleich ein Werbeverbot für alle Konsumgüter: Werbung schaffe nur künstliche Bedürfnisse, das sei nicht ressourcenschonend.
- «Junge Grüne fordern allgemeines Werbeverbot für Konsumgüter»Externer Link – Watson
- Nach dem Tabak soll auch Werbung für Fleisch erschwert werdenExterner Link – Tages-Anzeiger
- Hier geht es zu meiner Zusammenfassung der gestrigen Abstimmung zum Tabakwerbeverbot.
- Und hier finden Sie die Resultate zum Tierversuchsverbot und zur Stempelsteuer.
Digitale Banken spriessen in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden. Sind es mittlerweile zu viele?
Kürzlich präsentierten wir Ihnen Neo-Banken wie Yapeal als Lösung für Auslandschweizer:innen, die Schwierigkeiten haben, ein Schweizer Bankkonto zu eröffnen.
Nach Yapeal gerät nun innert kurzer Zeit die nächste dieser Mobil-Banken ins Straucheln – zumindest, wenn es nach der Onlineplattform Inside Paradeplatz geht. Laut einem Insider soll das Start-up Neon kräftig Verluste schreiben. Das Problem: Der Schweizer Markt an Neo-Banken sei übersättigt.
Die Bank sieht das anders: «Wir entwickeln uns im geplanten Rahmen», lässt der Neon-Sprecher verlauten. «Unsere Aktionäre sind zufrieden.»
- HierExterner Link geht es zum Bericht bei Inside Paradeplatz.
- Meine Kollegin Emilie Ridard berichtete hier kürzlich von Neo-Banken.
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards