Eine grüne Zukunft für Europa
Grüne Parteien aus 31 Ländern versammeln sich zu einem Kongress der Grünen Partei Europas in Genf. Sie debattieren über die Zukunft von Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft des Kontinents.
Ausserdem wollen sie eine Charta annehmen, die den Parteien besser erlaubt, sich gegenüber den anderen Parteien in ihren jeweiligen Ländern zu positionieren.
Am 2. Kongress der Grünen Partei Europas, der von Freitag bis Sonntag in Genf stattfindet, nehmen über 500 Personen aus 31 Ländern teil, unter ihnen rund 100 aus der Schweiz.
Am Samstag sollen zwei Resolutionen angenommen werden. Bei der einen geht es um eine gemeinsame und dauerhafte Vision Europas bezüglich der Erweiterung der Europäischen Union (EU), der sozialen und Wirtschaftssysteme, Institutionen und Umwelt.
Die zweite Resolution, die Charta der Grünen Partei Europas, soll ihren Standpunkt gegenüber den anderen Parteien enthalten. Denn die Grünen stehen heute an einem Scheidepunkt. Obwohl sie in den nationalen Regierungen praktisch nicht mehr präsent sind, sind ihre Schwerpunkte wie Energie, Frieden und Sicherheit auf allen politischen Agenden, wie ihr Sprecher Philippe Lambert am Freitag sagte.
Schweizer Vision zur Demokratie
Daher sei es so wichtig, sich nicht auf Umweltfragen zu beschränken, sondern eine Vision zu entwickeln, die alle Probleme unserer Gesellschaft enthält, sagte der belgische Grüne weiter.
Die Schweizer haben ihren Beitrag zur Erarbeitung der Resolutionen geleistet, besonders mit ihrer Vision zur Demokratie.
«Unsere demokratische Kultur mit ihren Prinzipien der Subsidiarität, der Dezentralisierung, des Referendums und der Initiative verweist auf eine grosse Vielfalt», sagte Jean Rossiaud, Genfer Grossrat und Delegierter der Grünen Schweiz bei den Grünen Europas.
Zukunft Europas
«Da die Schweiz ja nicht in der EU ist, ist es eine besondere Chance für die Grüne Partei der Schweiz, Teil der Grünen Europas zu sein, mit dem Ziel, über die Zukunft Europas zu diskutieren», betonte Grünen-Präsidentin Ruth Genner.
Ausserdem sei die Grüne Partei der Schweiz schon seit 1998 für einen Beitritt der Schweiz zur EU, ergänzt die Nationalrätin der Grünen.
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Grüne Partei
Politische Familie
Die Grüne Partei Europas wurde 2004 in Rom gegründet. Das war zugleich ihr erster Kongress, nachdem sie zuvor während zehn Jahren als Föderation organisiert war.
Es handle sich um die einzige politische Familie, die auf europäischem Niveau Positionen beziehe und gemeinsame Kampagnen durchführe, wie die Belgierin Ulrike Lunacek, ebenfalls Sprecherin der Partei sagte.
swissinfo und Agenturen
In Genf findet am 13. und 14. Oktober der 2. Kongress der Grünen Partei Europas statt, mit mehr als 500 Delegierten aus 31 Ländern.
Aus Gründen der Neutralität wurde Genf der Vorzug vor Paris oder Brüssel gegeben.
Das Thema heisst «Eine grüne Zukunft für Europa».
Die Grüne Partei Europas wurde am 22. Februar 2004 in Rom gegründet.
Sie besteht aus 31 nationalen ökologischen Parteien aus 29 Ländern Europas, wovon 6 nicht zur EU gehören (die Schweiz, Russland, Georgien, Ukraine, Rumänien und Bulgarien).
Ihr offizieller Name lautet: Europäische Föderation der grünen Parteien / Grüne Europas / Grüne Partei Europas.
Heute sitzen 168 Grüne aus 15 Mitglieder-Parteien in nationalen Parlamenten.
Die erste regionale grüne Partei wurde im Dezember 1971 in Neuenburg gegründet, mit dem Ziel, ein Autobahn-Projekt zu bekämpfen.
Im Oktober 1979 wurde Daniel Brélaz als erster Grüner in den Nationalrat (Grosse Kammer des Parlaments) gewählt. Er ist auch international der erste Grüne, der in ein nationales Parlament gewählt wurde.
Am 28. Mai 1983 vereinigten sich mehrere Gruppierungen aus der ganzen Schweiz zur Föderation der ökologischen Parteien der Schweiz.
Am 25. Oktober 1987 wurde die ökologische Partei der Schweiz Mitglied der Grünen Europas.
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