Für Schweiz nur wenige Guantanamo-Häftlinge
Die Schweiz muss bei der Schliessung des US-Gefangenenlagers Guantanamo mit höchstens zwei oder drei Ex-Häftlingen rechnen, die aufgenommen werden möchten. Davon geht der UNO-Sonderberichterstatter über Folter, Manfred Nowak, aus.
Insgesamt dürften für rund 100 Häftlinge Staaten gesucht werden, welche sie aufnehmen, erklärte Nowak in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger.
Etwa 60 bis 80 Häftlinge sollten in den USA vor Gericht gestellt werden. Somit blieben rund 200 Häftlinge, von denen etwa für die Hälfte ein sicheres Drittland gesucht werde.
«Wenn wir diese 100 Häftlinge weltweit aufteilen, unter Beachtung des Bevölkerungsschlüssels, dann wären es für ein kleineres Land höchstens zwei oder drei», sagte Nowak. Der Bundesrat hatte sich am Mittwoch bereit erklärt, die Aufnahme entlassener Guantanamo-Häftlinge zu prüfen.
Die Schweiz habe zwar die Asylgesuche dreier ehemaliger Guantanamo-Häftlinge abgelehnt, weil es sich bei ihnen nicht um Flüchtlinge im klassischen Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention handle, sagte Nowak.
«Aber es gäbe neben dem Asylverfahren auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel den humanitären Aufenthalt. Das muss aber auf politischer Ebene entschieden werden.»
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