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Hilfe für Afghanistan: Nötiger denn je

IKRK-Transporte unterwegs nach Afghanistan. Keystone

Die Schweiz schickt erneut Hilfs-Material nach Afghanistan. Derweil interveniert das IKRK in Washington, weil zum zweiten Mal ein Rotkreuz-Lagerhaus bombardiert wurde.

Zelte, Schlafsäcke, Wolldecken, Kochgeschirr, Wasserkanister und Plastikbahnen im Wert von über 2 Mio. Franken werden in Etappen Richtung Afghanistan verfrachtet.

Hilfe in die Region auf Land- und Luftweg

Am Freitag verliess ein Lastwagen-Konvoi ein Lagerhaus der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Pristina (Kosovo). Auf dem 4’800 km langen Landweg werden die Güter nach Turkmenistan verfrachtet. Dort befindet sich das Logistikzentrum des UNO-Flüchtlings-Hilfswerks UNHCR.

Am Montag wird der erste von drei Transportflügen von Zürich starten. Das Departement für Verteidigung und Bevölkerungsschutz (VBS) beteiligt sich mit Material und Transport-Kapazität an der Hilfsaktion.

Bereits Anfang Oktober hatte die DEZA die humanitäre Hilfe zu Gunsten der afghanischen Bevölkerung um 5 Mio. Franken erhöht auf insgesamt 17,5 Millionen für dieses Jahr. Mit dem Geld werden Programme des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), von UNO- und Nichtregierungs-Organisationen sowie des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe unterstützt.

IKRK-Lagerhäuser bombardiert

Während Hilfe nach Afghanistan gebracht wird, wird sie dort zerstört. In Kabul wurden zum zweiten Mal IKRK-Lagerhäuser bombardiert. Vier von fünf Gebäuden sind zerstört und mit ihnen Lebensmittel und Decken für rund 55’000 Bedürftige.

Die bei den Bombardierungen angerichteten Sachschäden beunruhigten das IKRK nicht, wohl aber der Umstand, dass jetzt die Hilfe an bedürftige Menschen unterbleiben müsse, sagte IKRK-Sprecher Kim Gordon-Bates.

Der Standort der Lagerhäuser sei den USA gemeldet worden und ausserdem: «Ein grosses rotes Kreuz auf weissem Grund war klar auf dem Dach jedes Gebäudes zu erkennen», betonte das IKRK.

«Versehen»

Die USA teilten mit, die Fehlschläge seien vermutlich auf menschliches Versagen zurückzuführen. Doch das IKRK ist nicht befriedigt von den Erklärungen der USA.

Der Fehler dürfe sich nicht ein drittes Mal wiederholen und die Kommunikation müsse verbessert werden, sagte Gordon-Bates am Samstag in Genf. Die offizielle Demarche in Washington werde in Kürze erfolgen.

Gordon-Bates sagte, das IKRK wünsche von den USA direkt über die begangenen Fehler informiert zu werden. Zudem verlange man Sicherheiten, dass sich ein solcher Irrtum nicht noch einmal wiederhole.

swissinfo und Agenturen

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